Elizan Yilmaz ist erneut Deutsche Vizemeisterin
Die Sportlerinnen des Württembergischen Ringerverbands hatten dieses Jahr eine weite Reise zu den Deutschen Meisterschaften der U14/U17 anzutreten. Mit unter den 11 Mädchen, die ins Brandenburgische Frankfurt/Oder reisten war Elizan Yilmaz, die Ihrem Vizemeistertitel aus dem Vorjahr dieses Jahr unbedingt einen Meistertitel folgen lassen wollte.
Sie startete dieses Jahr in der 52kg Klasse der U14. Mit der Auslosung konnte man zufrieden sein. Auch wenn ihr Pool ein kleines bisschen stärker schien, als der andere bekam sie ihre stärkste Konkurrentin, Noemi Meisner aus Gütersloh, die im Vorjahr bereits Vizemeisterin dieser Gewichtsklasse war, nicht zugelost.
Elizan startete am Freitagabend gegen Leonie Krüger aus dem bayerischen Burgebrach. Nach anfänglichen Schwierigkeiten stellte sie sich schnell auf die Kampfweise ihrer Gegnerin ein und konnte nach 3:41 den Kampf vorzeitig durch technische Überlegenheit mit 13:2 gewinnen.
Am Samstagmorgen besiegte sie dann Kira Kunze vom Gastgeber Franfurt/Oder souverän mit 10:0 in der ersten Halbzeit. Gleiches gelang ihr in 2:52 mit ihrer Württembergischen Teamkollegin Giulia Augst aus Remseck. Damit stand sie bereits am Vormittag im Pool-Finale gegen die ebenfalls ungeschlagene Arina Hörner aus dem nordbadischen Rohrbach, die sie Anfang des Jahres mit viel Mühe bei den Saarland Ladies Open besiegen konnte. Diesmal rang Elizan konzentriert und aggressiv und machte mit einem stark vorgetragenen Beinangriff und einer Beinschraube bereits nach 1:32 den technischen Überlegenheitssieg und damit die Finalteilnahme klar.
Fast wie erwartet traf sie dort auf Noemi Meisner aus Gütersloh, gegen die sie auf den Baden-Württembergischen Meisterschaften knapp und eher unglücklich verloren hatte. Elizan startete mit 1:0 durch stepout, nach einer Aktion aus der sie mehr Punkte hätte erzielen können. Meisner antwortete mit einem takedown zum 2:1. Dann folgte die erste ungeschickte Entscheidung des Kampfgerichts. Alle 3 Kampfrichter zeigten Passivität Meisner und der Mattenleiter wollte gerade abpfeifen um Meisner die 30 Sekündige Aktivitätszeit anzuordnen, als Elizan mit einem Vorbeireisser auf 3:2 erhöhte. Danach vergaß das Kampfgericht die Passivität der Gegnerin einfach wieder.
Mit diesem Stand ging es in die Pause. Obwohl Elizan weiterhin die aktivere Sportlerin war wurde jetzt ihr Aktivitätszeit verordnet. Mit einem Beinangriff 1 Sekunde vor Ende dieser 30 Sekunden konnte Elizan ihre Gegnerin in die blaue Zone schieben. Das Kampfgericht gab 2 Punkte. Es stand vermeintlich 4:2. Denn der vom gegnerischen Trainer geforderte Videobeweis zeigte: auch wenn Elizan die aktive Ringerin war und ihre Gegnerin ins aus beförderte, betrat sie als erste das aus. Der Punkt wurde zurückgenommen und stattdessen bekam diesen Noemi Meisner. Darüberhinaus war die Aktivitätszeit vorbei, ohne dass Elizan eine Wertung erzielt hatte und Meisner erhielt dafür einen weiteren Punkt und führte plötzlich mit 4:3. Eine schmerzhafte, aber sachlich korrekte Entscheidung. Knapp 25 Sekubden blieben Elizan, um noch eine weitere Wertung zu erzielen. Verzweifelt jagte sie Meisner Angriff um Angriff entgegen und 7 Sekunden vor Schluss pfiff der Mattenleiter mitten in einen erfolgreichen Angriff hinein, der den Sieg bedeutet hätte. Vermeintlich, um Meisner eine Verwarnung wegen Griffflucht zu geben, was ebenfalls Elizans Sieg bedeutet hätte, weil es mit einem Punkt bestraft worden wäre. Stattdessen beließ er es bei einer mündlichen Ermahnung, für die er sich den denkbar ungünstigsten Zeitpunkt ausgesucht hatte. Damit hatte er mit diesem Pfiff Elizans Titeltraum zunichte gemacht, denn in den verbleibenden 7 Sekunden gelang ihr keine entscheidende Aktion mehr. So musste sie sich, trotz fantastischer Leistung erneut mit Platz 2 zufriedengeben. Nach kurzer Erholungszeit waren aber die Tränen getrocknet und sie konnte erhobenen Hauptes und mit einem Lächeln im Gesicht auch den schönen Pokal für die Vizemeisterschaft in den Händen halten. Jetzt heißt es zurück in die Trainingshalle und dann klappt das mit dem Titel schon noch irgendwann.
Mit ihrem Vizemeister-Titel trug sie erheblich zum 2. Platz des württembergischen U14 Teams in der Länderwertung bei. Der ASV gratuliert auch dem ganzen Team und den Landestrainern zu dieser hervorragenden Leistung.