12.12. 2011
Auch manch ein dem ASV wohlgesinnter Ringsportfreund hat am Wochenende verwundert die Aufstellung des ASV beim Kampf in Köllerbach zur Kenntnis genommen. Mit nur acht Ringern unterlag der ASV bekanntlich dort schon auf der Waage. Wie konnte es dazu kommen?
Noch nie in der Geschichte des ASV hatte der Verein einen qualitativ und auch quantitativ so guten Kader an Ringern wie in diesem Jahr. Und dennoch zeigte sich in dieser Saison, dass das doch noch zu wenig war, um mit den drei Mannschaften alle Ziele zu erreichen.
Man kann den Verweis auf die Verletzungsprobleme als „Ausrede“ abtun. Aber der Verein konnte eben vor allem die Ausfälle von deutschen Stammringern wie Eduard Kratz, Benjamin Raiser oder Florian Schwarz nicht auf Dauer kompensieren. So mussten immer wieder Ringer aus der 2. und gar 3. Mannschaft einspringen, die natürlich zum großen Teil in der 1. Bundesliga überfordert waren. Was zum Beispiel auch dazu führte, dass ein junger Ringer nach nur einem Einsatz in der Bundesliga für alle Kämpfe der 3. Mannschaft in diesem Jahr gesperrt war.
Die Situation spitzte sich am vergangenen Wochenende zu. Auf die Zugaj-Zwillinge musste verzichtet werden, weil ihr Trainer ihnen in ihrem Trainingslager ein Startverbot erteilte. Balazs Kiss bat darum, nicht schon wieder Gewicht machen zu müssen für diesen Kampf. Dann sagte noch Arpad Ritter aus Verletzungsgründen ab. Und Eduard Kratz sowie Florian Schwarz waren ja schon längere Zeit nicht einsatzbereit. Benjamin Raiser sollte erstmals nach seiner OP in der 2. Mannschaft ein vorsichtiges Comeback versuchen.
Dazu kam die Situation der 2. Mannschaft, die sich in der Regionalliga noch mitten im Abstiegskampf befindet. Am Samstag war sie beim ASV Urloffen zu Gast, der um die Meisterschaft ringt. Trotzdem wurden mit Marco Schmid und Daniel Reichle zwei Stammringer der Zweiten für die Erste abgestellt. Die Mannschaft weiter zu schwächen und eventuell mit einer Rumpfmannschaft nach Urloffen zu reisen, hätte dem ASV sicher zu Recht den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung eingebracht.
Was also tun bei einem nicht unendlichen Reservoir an einsatzfähigen Ringern? Hätte man beispielsweise einen jugendlichen Ringer, der schon mehrere Male in der 1. Mannschaft in der „Opferrolle“ eingesprungen war, mit Gewalt zur Fahrt nach Köllerbach zwingen sollen?
So blieb also der zugegebenermaßen peinliche Notbehelf, mit einer dezimierten Mannschaft im Saarland anzutreten. Wobei allerdings auch die Gastgeber diese Begegnung nicht komplett bestritten.
Man sollte aber wohl nicht wegen diesem einen unglücklichen Kampf in dieser Situation zum Saisonschluss die ganze Saison des ASV oder die ganze Bundesliga in Frage stellen. Ohne die Probleme zu ignorieren, kann doch festgestellt werden, dass den vielen Zuschauern nicht nur bei den Heimkämpfen in der Mühlauhalle gerade auch in diesem Jahr großer Sport geboten worden ist. Und es ist wohl im Interesse des Ringsports und der Region, das auch im nächsten Jahr wieder anbieten zu können.
(Bericht: Fritz Reichle)
05.12. 2011
Die Tuttlinger Mühlauhalle bot mit den 950 Zuschauern am Samstag einen würdigen Rahmen für den letzten Heimkampf des ASV Nendingen in der Ringerbundesliga. Der ASV durfte es sich auch als Kompliment anrechnen, dass der SV Germania Weingarten mit seiner annähernd stärksten Mannschaft auflaufen musste, um gegen Nendingen seine Siegchance zu wahren. Die Ringsportfreunde kamen so in den Genuss von etlichen Kämpfen auf höchstem internationalem Niveau. Und es war kein Zufall, dass für den ASV die fünf Ringer zu Siegen kamen, die über die ganze Saison hinweg Erfolgsgaranten waren. Zu Ghenadie Tulbea gesellten sich in diesem Jahr mit Nicolai Ceban, Balazs Kiss und den Zugaj-Zwillingen Ringer, die alle gemeinsam mit einem Siegverhältnis von 47:5 eine ganz imponierende Bilanz in dieser so stark besetzten 1. Bundesliga West aufweisen.
Das Publikum erlebte auch nach Beendigung der Kämpfe einige emotional berührende Momente. Vor allem, als mit Marc Buschle und Florian Schwarz zwei Ringer aus der Bundesligamannschaft verabschiedet wurden, die in den letzten sechs Jahren seit dem Aufstieg in die Regionalliga den Erfolgsweg des ASV und die Emotionen der Fans maßgeblich mitgeprägt haben. Beide werden aber glücklicherweise auch in Zukunft für den ASV auf die Matte gehen, dann allerdings in der 2. Mannschaft in der Regionalliga. Und das könnte auch dieser Mannschaft in der nächsten Saison weiteren Auftrieb geben.
Der Dank. den Edwin Hamma im Namen der Sportvorstände aussprach, galt aber nicht nur diesen beiden Stammkräften, sondern auch den Ringern aus der 2. oder gar 3. Mannschaft, die wegen der leidigen Verletzungsprobleme in der Bundesligamannschaft „aushelfen“ mussten. dazu zählten schon bisher beispielsweise Steffen Baur, Semih Bosyan, Daniel Reichle, Dominik Hipp, Marco Schmid, Cederic Mühlmann oder Andreas Miekeley. Mit dem 16-jährigen Robin Baur, der am Samstag sein Debüt in der „Ersten“ gab, kam nun der 27. Ringer des ASV in diesem Jahr in der 1. Bundesliga zum Einsatz. Es gibt nicht allzu viele Vereine, die überhaupt so viele einsatzfähige aktive Ringer haben.
Der ASV Nendingen hat aber auch allen Grund, sich bei den vielen großen und kleinen Sponsoren zu bedanken, die überhaupt erst Weltklassesport in unserer Region möglich machen. Bleibt zu hoffen, dass dieses enorme Engagement der heimischen Firmen auch in Zukunft als Basis der nicht nur sportlichen Attraktivität unserer Heimat erhalten bleibt. Und nicht zuletzt sind es die vielen Ehrenamtlichen, die die unabdingbare Grundlage bilden. Es waren auch in diesem Jahr wieder weit über 100 Personen, die den ASV beim Aufbau, bei der Bewirtung, an den Kassen, als Ordner, am Kampfrichtertisch und in vielen anderen Funktionen unterstützt haben. Stellvertretend für sie alle wurde am Samstag Herbert Wax, der zwei Tage zuvor seinen 70. Geburtstag gefeiert hatte, geehrt.
(Bericht: Fritz Reichle)
21.11.2011
Drei Kampftage stehen nun noch in den Gruppenkämpfen in der 1. Bundesliga an. Und für den ASV Nendingen war diese Saison bisher durch wechselnde Gefühle geprägt. Da gab es auf der einen Seite absolute Weltklasseleistungen und Erfolgserlebnisse wie beispielsweise am letzten Samstag beim Kantersieg gegen den TSV Musberg. Andererseits haben Verletzungsprobleme seit Beginn der Runde leider viele Planungen völlig über den Haufen geworfen. Dennoch braucht man beim ASV über die bisherigen Erfolge sicher nicht unzufrieden sein. Und damit das in der kommenden Saison vielleicht noch runder läuft, sind natürlich jetzt die Vorbereitungen und Weichenstellungen für das nächste Jahr von großer Bedeutung.
Die Sportvorstände des ASV, Werner Marquardt, Mathias Kelch und Markus Scheu, haben schon intensive Gespräche und Verhandlungen geführt, um schon mal auf jeden Fall sicherzustellen, dass Abwerbungsversuche anderer Vereine ins Leere laufen. Denn es liegt auf der Hand, dass so erfolgreiche Weltklasseleute wie die Zugaj-Zwillinge, Nicolai Ceban, Ghenadie Tulbea oder Balazs Kiss Begehrlichkeiten andernorts wecken. Da ist es für den ASV, vor allem nach dem Rückzug von Marc Buschle und Florian Schwarz in die 2. Mannschaft, ein Gebot der Stunde, den Stamm der Mannschaft zusammenzuhalten. Und das scheint schon jetzt gelungen zu sein.
Und darüber hinaus gibt es gute Anzeichen, dass neben den in dieser Saison durch Verletzungen ausgefallenen Benjamin Raiser und Eduard Kratz sowie Baris Diksu weitere deutsche Spitzenringer gerne für den ASV auf die Matte gehen wollen. Da müssen jetzt in den Wochen bis Weihnachten im Verein die richtigen Weichen gestellt werden.
Vermisst wurde in den letzten beiden Kampftagen von manchen Zuschauern Georgi Sredkov. Für den Bulgaren verlief diese Saison ja nicht ganz nach Wunsch. Er hätte sich sicher mehr Einsätze in der Bundesliga gewünscht. Aber da kam er natürlich schwer an Nicolai Ceban vorbei, der mit einer Siegbilanz von 11:1 zu einem der überragenden Ringer in der deutschen Bundesliga wurde. So blieb es für Sredkov bisher bei 2 Kämpfen in der 1 Mannschaft. und 7 Einsätzen in der Regionalligamannschaft.
Nach dem Kampf am 1. November kehrte er zu einem Kurzurlaub in seine Heimat zurück, schickte dem ASV dann aber eine Krankmeldung. Ob und wann er in dieser Saison wieder auf die Matte geht, ist deswegen derzeit fraglich.
Für die 2. Mannschaft war Sredkov mit sechs Siegen eine wichtige Stütze, die auch gerade jetzt hilfreich wäre. Sechs Kämpfe hat die Zweite in dieser Saison in der Regionalliga jeweils ganz knapp verloren. Und auch am letzten Samstag in Waldkirch war es wohl nicht nur Pech, das zur Niederlage mit 20:21 geführt hat. Während in der 1. Bundesliga ganz überwiegend souveräne Kampfrichter agieren, wurde hier auch in Waldkirch von neutralen Beobachtern konstatiert, der ASV sei „regelrecht verpfiffen“ worden. Einer der Leidtragenden war nun zum wiederholten Male Marco Schmid. Er war in der Vorrunde ungeschlagen, hat aber jetzt in der Rückrunde drei Kämpfe sehr umstritten verloren. Vielleicht haben die Nendinger ja am kommenden Samstag daheim in Nendingen beim Kampf gegen den KSV Ketsch mal wieder mindestens das Glück auf ihrer Seite.
(Bericht: Fritz Reichle)
04.11.2011
Die Bundesligaringer des ASV Nendingen sind an diesem Wochenende kampffrei. Und dennoch haben die Fans immer noch genügend Gesprächsstoff. Denn keiner der am Montagabend beim Sieg der Nendinger in Adelhausen dabei war, wird diese Veranstaltung so schnell vergessen.
Nicht nur in Nendingen hat dieser Abend nämlich für Furore gesorgt. Auch in den Ringerforen im Internet wird von diesem „sensationellen Erlebnis“ geschwärmt. Und ein Bericht aus der „Badischen Zeitung“ vom 2. November verdeutlicht die Gründe:
„Vorneweg: Schon lange nicht mehr haben die diesmal 500 Zuschauer auf dem Dinkelberg einen derart großartigen Kampfabend erlebt wie am Montag. Auch nicht in Liga eins. Da gab es Spannung, begeistert aufringende Athleten und herrliche Griffaktionen anstelle taktischen Geplänkels und bloßen Körperschiebens. Kein Zweifel: Dies war eine Werbung für das Ringen“.
Und viele Nendinger hatten nach diesem Kampf bei aller Freude auch einen Wunsch: Dieser „Geist von Adelhausen“ möge doch anhalten und übergreifen auf die Stimmung in den nächsten Kämpfen in der Mühlauhalle. Nicht nur Marc Buschle schien nach seinem entscheidenden Sieg wie ausgewechselt. So gelöst und begeistert hat man ihn schon lange nicht mehr erlebt. Und das hing sicherlich auch mit einem besonderen Mannschaftsgefühl zusammen.
Selbst der Journalist der „Badischen Zeitung“ schwärmte davon, dass die Nendinger Ringer nach dem Schultersieg von Buschle „ausgelassen wie Kinder über die Matte tollten“. Und diese Euphorie trug in Adelhausen auch dazu bei, dass vor allem in den Kämpfen der Zugaj-Zwillinge, von Edgaras Venckaitis oder Balazs Kiss eine ungeheure Kampfmoral zu spüren war, die vom Publikum in Adelhausen bei aller Enttäuschung über die unerwartete Niederlage honoriert wurde.
In einer freundschaftlichen Atmosphäre lieferten sich die Adelhausener Zuschauer und die Gruppe der Nendinger Fans einen Wettstreit in der Unterstützung ihrer Ringer. Vor allem im Topduell zwischen Damian Janikowski, dem WM-Zweiten dieses Jahres, und Nenad Zugaj, dem WM-Dritten von 2010, bebte die kleine aber proppenvolle Dinkelberghalle unter den anfeuernden Rufen beiden Lager.
Vielleicht kann dieser Funke im nächsten Heimkampf des ASV am 19. November in der Mühlauhalle weiterlodern. Dann ist der TSV Musberg zu Gast und da könnte mit einer ähnlichen Unterstützung der Zuschauer ein neues
Bericht: Fritz Reichle)
10.10.2011
Unter den 850 begeisterten Zuschauern in der Mühlauhalle am letzten Samstag war auch ein Mann, den man dort noch nie gesehen hatte. Ins Gespräch gekommen stellte sich heraus, dass der Ringsportanhänger aus Aalen stammt und die Fahrt über mehr als zwei Stunden nach Tuttlingen auf sich genommen hatte. „In Aalen ist ja im Ringen nichts mehr los. Da wollte ich endlich mal sehen, wie das beim ASV Nendingen so läuft.“ Und er war am Ende eines unterhaltsamen Ringerabends sichtlich angetan von dem, was er hier erlebt hatte.
Mit Marco Schmid und Daniel Reichle hatten am Samstag schon die Ringer Nr. 22 und 23 dieser Saison ihren Bundesligaeinsatz für den ASV. Mit dieser großen Anzahl ist der ASV sicherlich zumindest in dieser Kategorie absolute Bundesligaspitze. In der Kategorie Tabelle steht man derzeit auf Platz fünf. Der wird aber schwer zu verteidigen sein, da die Nendinger mit Weingarten und Köllerbach nun das weitaus schwerere Restprogramm der Vorrunde haben als der mit 5:7 bisher einen Punkt schlechtere TKSV Bonn-Duisdorf, der „nur“ auf den TSV Musberg und den KSK Neuss trifft.
In einer Anzeige der Tuttlinger Stadtwerke im „Hüftschwung“, dem Heimkampfmagazin des ASV Nendingen, heißt es: „Der ASV sorgt für knisternde Spannung“. Alexander Kostadinov muss das irgendwie falsch verstanden haben. Am letzten Sonntagabend im Abschlusstraining vor dem Kampf in Musberg zog sich Trainer Volker Hirt im Sparring mit Nenad Zugaj eine klaffende Platzwunde am Kopf zu. Als er sich unter der Dusche für den Gang ins Krankenhaus reinigte, hörte er plötzlich Schreie aus der Sauna des Nendinger Ringerlokals. Alexander Kostadinov, der einen Tag vorher für diese Saison angereist war, hatte in der Sauna aus Versehen ein ätherisches Öl für den Aufguss nicht ins Wasser sondern direkt auf die heißen Steine gegossen. Eine Stichflamme war die Folge, die größeren Schaden anzurichten drohte. Volker Hirt eilte sogleich aus der Dusche mit einem Eimer Wasser dem geschockten Bulgaren zu Hilfe und verhinderte größeren Schaden. Die „knisternde Spannung“ blieb somit erfreulicherweise den Ringkämpfen auf der Matte vorbehalten.
Karl Greiner, der Betreuer der Homepage des ASV Nendingen, sorgt sich auch um die Musikanlage bei den Heimkämpfen und sucht jeweils die passenden Songs für die jeweilige Situation aus. Als Balazs Kiss gegen Neuss im Schwergewicht auf die Matte ging, legte er das bekannte Lied von der Gemütlichkeit aus dem Dschungelbuch auf. Wegen seines Vornamens und seiner gewaltigen Figur hat man dem ungarischen Weltmeister von 2009 den liebevollen Spitznamen „Balu der Bär“ zugedacht. Der ASV Nendingen hat also nun nach dem Weggang von Markus Eichin, dem „Bär von Gresgen“, einen würdigen Nachfolger gefunden.
Bericht: Fritz Reichle)
03.10.2011
Nur große Optimisten hatten am Samstag einen Sieg des ASV Nendingen gegen den ASV Mainz erwartet. Aber auch sie wurden auf den Boden der Realität zurückgebracht. Der Tabellenführer der Bundesliga erwies sich trotz starker Aufstellung der Nendinger als einfach zu stark. Wohl noch nie war eine Nendinger Mannschaft so gut mit Weltklasseathleten besetzt. Mit Ghenadie Tulbea, Nenad und Neven Zugaj sowie Nicolai Ceban waren vier WM-Medaillengewinner aufgeboten. Aber auch sie konnten den Sieg nicht erzwingen. Damit dürfte auch das Thema Play-Offs, das ohnehin von der sportlichen Führung des ASV nicht als Soll-Ziel ausgegeben war, in den Hintergrund rücken. Trotz der Niederlage bleibt aber dennoch das Erlebnis eines tollen Kampfabends, wie man ihn in dieser Klasse wohl noch nicht in der Region erlebt hat.
Man kennt ja den Fußballerspruch: „Wenn man kein Glück hat, dann kommt auch noch das Pech dazu.“ Und der ASV ist nun tatsächlich in den letzten Wochen arg vom Verletzungspech verfolgt. Baris Diksu leidet noch unter den Folgen seiner schweren Schulterverletzung. Mindaugas Mizgaitis stand vor der WM wegen einer Ellbogenverletzung nicht zur Verfügung. Eduard Kratz hat mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Und auch Benjamin Raiser hat sich bei seinem beruflichen USA-Aufenthalt eine Verletzung zugezogen, die einen schnellen Einsatz nach seiner Rückkehr gefährdet. Gekrönt wurde diese Serie nun am Freitagabend beim Abschlusstraining vor dem Kampftag. Mindaugas Mizgaitis erlitt beim Aufwärmen einen Abriss der Achillessehne. Sein Leiden verschlimmert sich dadurch, dass dies schon die zweite derartige Verletzung in seiner Karriere ist. Am Samstag war er noch auf Krücken in der Mühlauhalle als Zuschauer dabei. Am Sonntag wurde er dann schon in einer Klinik in Saarbrücken operiert. Der Traum von Olympia 2012 ist damit für ihn ausgeträumt. Sportvorstand Matthias Kelch ist ratlos: „Seit wir versucht haben den Kader zu vergrößern, um für solche Situationen vorbereitet zu sein, hat uns nun tatsächlich eine wirkliche Verletzungsseuche gepackt.“ Und nun musste auch noch Marc Buschle am Montag mit Knieproblemen passen.
Wie sich die Zeiten ändern. Als der ASV Nendingen in den 6oer Jahren schon einmal in der Bundesliga war, kam man häufig mit derselben Formation von acht Stammringern aus, ab und zu ergänzt von dem einen oder anderen Ringer. nach dem Einsatz von Balazs Kiss und Alexander Kostadinov in Musberg hat der ASV nun in dieser Saison in den ersten fünf Kämpfen schon 21 Ringer in der 1. Mannschaft in der Bundesliga eingesetzt. Das hängt natürlich auch mit den Verletzungsproblemen und mit der Ausländerquote zusammen. Aber diese Zahl verdeutlicht die Notwendigkeit eines großen Kaders und zeigt auf, welch großer Aufwand betrieben werden muss, will man heute in der Bundesliga bestehen.
Aber es gibt nicht nur das Leiden der Ringer, sondern auch das Lächeln auf der Matte. Viele Zuschauer waren am Samstag verwundert oder amüsiert als besonders der ältere der Zugaj-Zwillinge bei seinem ersten Kampf für den ASV während des Kampfes und auch der Pausen ständig zu lachen oder lächeln schien. Im Gespräch mit Nenad Zugaj stellte sich dann auch der Grund dafür heraus. Die Zugajs arbeiten seit vier Jahren mit einem bekannten Sportpsychologen in Zagreb zusammen, von dem sie sich ein Mal pro Woche betreuen lassen. „Der hat uns eine andere Haltung zum Leben vermittelt. Wir konzentrieren uns auf uns selbst und haben Spaß an dem, was wir tun. Täglich machen wir unser Atmungs- und Entspannungsprogramm sowie Visualisierungsübungen. Entspannt können wir das Leben besser genießen und im Sport bessere Leistungen bringen.“ Und in der Tat war für alle, die mit den eineiigen Zwillingen am Wochenende ins Gespräch kamen, diese positive Grundeinstellung deutlich spürbar. Der ASV Nendingen hat mit den beiden fröhlichen und sympathischen Kroaten nicht nur sportlich sondern auch menschlich einen richtig guten Fang gemacht.
(Bericht: Fritz Reichle)
05.09.2011
Manch ein Zuschauer mag sich am Samstag in der Mühlauhalle über die Mannschaftsaufstellung des ASV Nendingen gewundert haben, in der im Schwergewicht mit dem jungen Cederic Mühlmann ein Ringer auftauchte, der ansonsten eher für die 3. Mannschaft in der Bezirksklasse vorgesehen ist. Das hing zum einen mit der Verletzung des Stammringers Mindaugas Mizgaitis zusammen, zum anderen war es ein taktischer Schachzug der ASV-Verantwortlichen. Wenn ein deutscher U 23-Ringer aufläuft, dann können statt der ansonsten zulässigen Höchstzahl von 5 ausländischen Ringern nun deren 6 aufgestellt werden. So wurde hier aus der Not eine Tugend gemacht. Und diese Rechnung ging tatsächlich auch auf, denn in den restlichen 9 Gewichtsklassen holte der ASV 7 Siege und sicherte sich so den klaren Mannschaftserfolg.
Vielen ASV-Verantwortlichen fiel nach dem klaren Sieg ein wahrer Mühlstein vom Herzen. Eine weitere Niederlage wäre nicht nur psychologisch fatal gewesen. So aber konnte doch noch auch ohne die voraussichtlichen WM-Starter Nicolai Ceban, Balazs Kiss, Mindaugas Mizgaitis und die Brüder Nenad und Neven Zugaj ein klassischer Fehlstart nach Art von Usain Bolt verhindert werden. Und vielleicht gibt es ja dann auch im Saisonverlauf, so wie bei Bolt bei der Leichtathletik-WM, auch noch ein Happy-End für den ASV in der Bundesliga.
Vom 12.-18. September wird bekanntlich in Istanbul die Ringer-WM ausgetragen, deren Verlauf natürlich auch in Nendingen besonders interessiert verfolgt werden wird. Während der WM pausiert die 1. Bundesliga und da der ASV Nendingen am darauf folgenden Kampftag am 24. September kampffrei ist, wird der ASV erst nach 4 Wochen am Samstag, 1. Oktober, mit einem attraktiven Heimkampf gegen den ASV Mainz wieder ins Geschehen eingreifen.
Ein Ringer hatte es am Samstag nach dem Kampf besonders eilig. Florin Gavrila war am Donnerstag zum zweiten Mal Vater geworden und wollte nun sofort nach Kampfschluss mit dem Auto zurück in die rumänische Heimat zu Mutter und Kinder fahren. Eigentlich wäre der errechnete Geburtstermin, wie es sich für eine Ringerfamilie gehört, genau in die WM-Pause der Bundesliga gefallen. Doch die kleine Annemarie kam 2 Wochen früher als geplant zur Welt und so konnte der stolze Vater bei der überraschend frühen Geburt leider nicht dabei sein.
Hans-Dieter Schwarz, der als Hallensprecher aktive Nendinger Ortsvorsteher, konnte am Samstag zwei hochverdiente Ehrungen vornehmen. Mit Lotte Schwarz und Reiner Schilling wurden zwei Personen gewürdigt, die sich besonders um den ASV verdient gemacht haben. Lotte Schwarz, die Mutter von Florian, kümmert sich schon lange um die Sauberkeit im Ringerlokal. Und Reiner Schilling ist ja schon seit Jahrzehnten der Mann, ohne den der ASV nie einen so hohen Stellenwert in Deutschland wie jetzt erreicht hätte. OB Michael Beck ließ es sich deswegen auch nicht nehmen nach einem Grußwort auch den beiden Ausgezeichneten herzlich zu gratulieren und zu danken.
Im Kampf der Nendinger Zweiten in der Regionalliga kam es übrigens zu einer besonders interessanten Begegnung, die ein Beispiel dafür ist, wie Sport eigentlich sein sollte: ein fairer Wettstreit unter Freunden. Im Schwergewicht standen sich Bernhard Scheuring für den ASV und sein bisheriger Vereinskollege und häufiger Trainingspartner, der nun für die WKG Weitenau/Wieslet ringende Markus Eichin, gegenüber. Beide verstehen sich auch privat hervorragend und so hat der „Bär von Gresgen“ in diesem Frühjahr auch eine Woche lang freiwillig beim Hausbau von Bernhard Scheuring in Nendingen geholfen. Jetzt aber am Samstag als Gegner auf der Matte schenkten sich die beiden nichts und lieferten sich einen harten Kampf, in dem der Gast dann knapp die Oberhand behielt.
(Bericht: Fritz Reichle)
21.08.2011
Trotz des hochsommerlichen Wetters und trotz der Tuttlinger Weinstraße und der Ferienzeit waren es doch über 800 Zuschauer, die den ersten Bundesligaheimkampf des ASV Nendingen dieser Saison miterleben wollten. Und sie brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen, denn es gab eine ganze Reihe von hochklassigen Kämpfen zu sehen. Nicht verwunderlich, denn immerhin sechs der Akteure auf der Matte waren schon Medaillengewinner bei WM oder EM. Beim ASV Nendingen ist man zuversichtlich, dass in den kommenden Kämpfen der Publikumszuspruch noch größer werden wird.
Wer bei den Heimkämpfen verhindert ist, kann künftig das Ereignis in Kurzform doch noch zumindest im Fernsehen verfolgen. Auch am Samstag schon war ein Aufnahmeteam von Regio TV in der Mühlauhalle vertreten. Am Montagabend wird dann jeweils ein Bericht in den halbstündig wiederholten Nachrichtensendungen ausgestrahlt werden. Denn so wie beispielsweise die Volleyballer aus Friedrichshafen oder die Eishockeyspieler aus Schwenningen gehören die Ringer des ASV Nendingen zu den Aushängeschildern der Region.
Pech für den ASV war der kurzfristige Ausfall des Schwergewichtlers Mindaugas Mizgaitis. Bei einem Trainingslager verschiedener Nationen in der Ukraine, bei dem neben den deutschen Greco-Ringern auch Volker Hirt mit seinen Schweizer Ringern in der Vorbereitung auf die WM vertreten war, musste der Litauer wegen einer Armverletzung behandelt werden und erhielt ein ärztliches Startverbot für den letzten Samstag. Da auch Balasz Kiss aus dem ungarischen Team noch nicht zur Verfügung stand, musste eben Volker Hirt zwei Gewichtsklassen höher als normal selber ran und hielt gegen seinen 12 kg schwereren Gegner dennoch gut mit.
Viel Freude werden die Nendinger wohl noch mit Nicolai Ceban in der Klasse bis 96 kg haben. Der EM-Dritte von Dortmund war auf Empfehlung von Ghenadie Tulbea verpflichtet worden und erwies sich als Glücksgriff. Und außerdem hat der ASV hier mit Georgi Sredkov noch einen weiteren starken Athleten in der Hinterhand, der auf seinen Einsatz brennt. Überhaupt scheinen die bisher eingetroffenen Neuzugänge sich nicht nur sportlich sondern auch menschlich sehr gut in die Mannschaft zu integrieren
Wie eng die Auseinandersetzung mit dem deutschen Vizemeister war, zeigt ein Blick auf die Kampfstatistik. 20 der ausgetragenen 35 Runden endeten mit dem Punktestand von 1:0. Und auch wenn der Sieg der RWG nicht unverdient war, so lag ein Unentschieden oder gar ein Sieg des ASV durchaus in Reichweite. Nach dem ersten Kampftag zeigt ein Blick auf die Konkurrenz, dass es weiterhin eng und spannend werden wird. Der TKSV Bonn-Duisdorf als nächster Gegner des ASV, ließ trotz seiner Niederlage in Weingarten aufhorchen. Der deutsche Meister musste schon fast seine Bestbesetzung aufbieten, um die Gäste in Schach zu halten. Der TKSV stellte nur noch 3 Ringer aus dem Kader des letzten Jahres auf und unterstrich seine Endkampfambitionen mit gleich 7 neuen starken Ringern. Nendingen ist also gewarnt und wird am Samstag sein Bestes geben müssen, um eine Niederlage am Rhein zu verhindern.
(Bericht: Fritz Reichle)

Eduard Kratz (oben) war neben Ghenadie Tulbea, Edgar Venckaitis, und Nicolai Ceban einer von vier Ringern des ASV Nendingen, die ihren Gegner von der RWG Mömbris-Königshofen im Griff hatten und siegten.
Bild: Helmut Bucher
21.12.2010
Die Ergebnisse im Viertelfinale der deutschen Mannschaftsmeisterschaft im Ringen haben bestätigt, was Experten schon vorher festgestellt hatten. Die Mannschaften der 1. Bundesliga West sind eindeutig stärker als die der Ostgruppe. Alle vier West-Vereine haben sich ins Halbfinale durchgesetzt. Besonders spannend machte es dabei aber die RWG Mömbris-Königshofen. Sie hatte es mit dem SV Wacker Burghausen zu tun, der sich in der Ost-Liga mit 36:0 Punkten klar an der Spitze durchgesetzt hatte. Den Vorkampf gewann die RWG daheim mit 23:15, verlor aber nun am Samstag in Burghausen mit 21:13. Bei Gleichstand von Siegen und Punkten war nun der einzige Schultersieg in beiden Partien durch den schwedischen Schwergewichtler Johan Euren im Vorkampf für die RWG im wahrsten Sinn des Wortes Gold wert. Denn nun kann auch die RWG, die ja in der Saison in der Mühlauhalle vom ASV Nendingen besiegt wurde, im Halbfinale nochmals Geld verdienen.
Überhaupt kann der ASV nach diesem Verlauf der Endrunde sicher sein, dass er als Fünftplatzierter der 1. Bundesliga West sich mit Fug und Recht zu den eindeutig stärksten Mannschaften in Deutschland zählen kann. An Weihnachten bleibt ihm aber in den Halbfinals nur die Zuschauerrolle. Und da dürften in der Tat viele heimische Ringerfans am nächsten Sonntag, 26. Dezember, sich auf den Weg nach Aalen machen. Denn um 17 Uhr stehen sich dann in einer Neuauflage des letztjährigen Finales der KSV Aalen und der SVG Weingarten gegenüber. Im anderen Halbfinale empfängt der KSV Köllerbach die RWG Mömbris-Königshofen. Die Rückkämpfe folgen dann am 2. Januar.
Der ASV Nendingen tritt dann aber mit seiner zweiten Mannschaft am Donnerstag, 6. Januar, selber wieder in Erscheinung. In der ersten Aufstiegsrunde werden die Nendinger versuchen sich eine gute Ausgangsposition für den Aufstieg in die Regionalliga zu verschaffen. Mit dem KSV Berghausen und der RG Waldkirch-Kollnau stehen nun endgültig die Oberligameister aus Nord- und Südbaden fest. Dazu kommt neben dem ASV als vierter Teilnehmer die KG Baienfurt, die als Vorletzter der Regionalliga in die Relegation muss. Der erste Teil dieser Aufstiegsrunde findet am Dreikönigstag in Berghausen (bei Karlsruhe) statt. In drei Runden kämpft jede Mannschaft gegen jede. Die erste Runde auf zwei Matten ist um 10.30 Uhr angesetzt. Die nächsten Kämpfe sind dann für 13.00 Uhr und 16.00 Uhr geplant. Die Rückrunde folgt dann am 8. oder 9. Januar in Waldkirch. Die besten drei Mannschaften qualifizieren sich für die Regionalliga.
Am letzten Samstag haben nun auch die zweite und dritte Mannschaft des ASV Nendingen ihre Saison als Meister der Oberliga und der A-Klasse beendet. Die erfolgreichsten Ringer von ASV Nendingen II waren dabei Adrian Ozsda und Markus Eichin, die jeweils ein Siegverhältnis von 12:1 aufweisen. Dicht dahinter folgen Dominik Hipp (12.2), Bernhard Scheuring (10.2) und Marco Schmid (9:2). In der dritten Mannschaften waren Stefan Rutschmann (10:0) und Robin Baur (9:0) ungeschlagen. Dann folgt Timo Schmid mit 11.2 Siegen.
(Bericht: Fritz Reichle)
13.12.2010
Zum Abschluss der Mannschaftsrunde der Ringer kann der ASV Nendingen auf das erfolgreichste Jahr seiner 90-jährigen Vereinsgeschichte zurückblicken. Platz fünf in der 1. Bundesliga für die 1.Mannschaft. Der Meistertitel für die 2. Mannschaft in der Oberliga und die Möglichkeit des Aufstiegs in die Regionalliga. Und für die 3. Mannschaft Platz 1 in der A-Klasse und Aufstieg in die Bezirksklasse. Dazu kann man auch noch Platz1 für das ASV-Ass Ghenadie Tulbea in der Bestenliste der Ringer der 1. Bundesliga anführen.
Auch Reiner Schilling, - erfolgreicher Ringer, Trainer und Vereinsvorsitzender des ASV-, konnte sich nicht daran erinnern, dass jemals gleich für zwei Nendinger Mannschaften am selben Abend die Meisterehrung in ihrer Klasse durchgeführt werden konnte. Besonders beeindruckend an der Oberligameisterschaft der Zweiten war, dass erst genau vor fünf Jahren die erste Mannschaft hinter dem TSV Ehningen den 2. Platz in der Oberliga belegte und sich dann über die Relegationsrunde im Februar 2006 den Aufstieg in die Regionalliga sichern konnte. In diesem Jahr nun verwies ASV Nendingen II den TSV Ehningen auf Platz zwei der Oberliga und kann über eine Aufstiegsrunde seinerseits den Weg in die Regionalliga einschlagen.
Eckhard Fehrenbach (Aichhalden), der WRV-Vizepräsident Sport, hatte letzte Woche den richtigen Riecher, als er mit Reiner Schilling verabredete, dass er mit Meisterwimpel und Handy nach Nendingen kommen würde, um im Fall einer Ehninger Niederlage in Dewangen gleich die Ehrung durchführen zu können. Als er dann am Samstag per Handy erfuhr, dass vor dem letzten Kampf Dewangen nur mit 17:18 zurück lag, stieg die Spannung in der Nendinger Sporthalle natürlich. Und als kurz darauf plötzlich in der Ringerecke der Nendinger Jubel ausbrach, war klar, dass der Wimpel tatsächlich gleich in Nendingen bleiben würde. Ehningen hatte 18:20 verloren und konnte Nendingen nicht mehr einholen. Und schon Sekunden danach hatte Markus Eichin einen Kasten Bier organisiert, so dass auf die Meisterschaft angestoßen werden konnte. In Ehningen allerdings war die Enttäuschung groß, denn die TSV-Fans hatten sich natürlich sehr auf ein richtiges Oberligafinale gegen die Nendinger am nächsten Samstag gefreut.
Der Weg der Nendinger Zweiten in den letzten fünf Jahren ist in der Tat äußerst bemerkenswert. 2006 Aufstieg aus der Bezirksklasse in die Bezirksliga. 2007 nach einer Aufstiegsrunde der Sprung in die Landesliga. 2008 hier Platz 1 mit 28:0 Punkten und 2009 gleich wieder der Titel in der Verbandsliga mit 26:2 Punkten und der Aufstieg in die Oberliga. Und nun in diesem Jahr auf Anhieb der Titel und die Qualifikation für die Aufstiegsrunde. Hier treffen die Nendinger am 6. und 9. Januar 2011 auf die Meister der Oberligen Nord- und Südbaden sowie den bestplatzierten Nichtabsteiger aus der Regionalliga. Nach dem jetzigen Stand wären das der KSV Berghausen (Nordbaden), die RG Waldkirch-Kollnau (Südbaden) und die KG Baienfurt (Platz 9 der Regionalliga). In einer Doppelrunde jeder gegen jeden würden dann zunächst in Berghausen und dann mit der Rückrunde in Waldkirch drei der vier Mannschaften sich als Regionalligateilnehmer der nächsten Saison qualifizieren.
Insgesamt 25 Ringer hat der ASV Nendingen in dieser Saison in der 2. Mannschaft eingesetzt. Die erfolgreichsten unter ihnen waren Adrian Ozsda und Markus Eichin mit einem Siegverhältnis von jeweils 11:1. Dicht dahinter folgt Dominik Hipp mit 11:2 Siegen sowie Bernhard Scheuring und Marco Schmid mit jeweils 9:2. In der 3. Mannschaft waren Stefan Rutschmann und Robin Baur mit je 9:0 Siegen und Timo Schmid (10:2) am erfolgreichsten.
(Bericht: Fritz Reichle)
Bilder: Helmut Bucher http://www.hkb-presse.de

ASV Nendingen II Meister Oberliga

ASV Nedingen III Meister A-Klasse
06.12.2010
Mit fünf Mannschaftserfolgen war auch der letzte Samstag für den ASV Nendingen wieder rundum gelungen. Neben den drei erfolgreichen Aktivenmannschaften glückten auch der Jugend, unter anderem gegen den aktuellen Bezirksmeister AB Aichhalden, zwei schöne Siege. Die dritte Mannschaft machte mit einem Sieg beim AV Hornberg ihr Meisterstück in der A-Klasse. Und die zweite Mannschaft tat mit einem glänzenden Sieg beim AB Aichhalden I einen weiteren Schritt hin zum voraussichtlichen „Oberliga-Finale“ beim TSV Ehningen am 18. Dezember.
Im Mittelpunkt stand aber noch einmal die Bundesligamannschaft, die mit einem klaren Sieg beim TKSV Bonn-Duisdorf die Saison 2010 erfolgreich abschloss. Nach dem Aufstieg in die 1. Bundesliga konnte 2008 in der ersten Saison auf dem 7. Platz unter 8 Mannschaften mit 4:24 Punkten der Klassenerhalt gerade so geschafft werden. 2009 gelang dann eine gewaltige Steigerung mit Platz sieben unter zehn Mannschaften und einem Punkteverhältnis von 16:20. Und in diesem Jahr steht nun Platz fünf mit einem erstmals positiven Konto von 21:15 zu Buche. Das ist die beste Bundesligaleistung in der Geschichte des ASV Nendingen, nachdem man ja schon von 1967 - 1970 Erstligaerfahrung sammeln konnte.
„Glückwunsch zum Sieg bei uns im Rheinland. Waren gute Kämpfe dabei. Ghenadie Tulbea war ja der Knaller des Abends, welche Klasse. Da kann man nur staunen! Grüße aus Bonn.“ Dieser Eintrag eines Fans des TKSV Bonn-Duisdorf im Gästebuch des ASV zeigt die gute und sportliche faire Atmosphäre, die am Samstag in der Sporthalle in Duisdorf herrschte. Die Gastgeber hatten diesen Kampf zur Generalprobe für die ursprünglich geplanten Relegationskämpfe erklärt, die aber am Sonntag dann abgesagt wurden. Und der Eintrag verdeutlicht auch die Wertschätzung, die ein Weltklasseathlet wie Ghenadie Tulbea in der Liga erfährt. Der ASV Nendingen kann sich glücklich schätzen, den Moldawier auch in der nächsten Saison als Punktesammler und Publikumsliebling präsentieren zu können.
Die Liste der erfolgreichsten Ringer des ASV in dieser Saison wird natürlich von ihm mit einem Siegverhältnis von 15:2 angeführt. Eine knappe Niederlage mit 2:3 gegen den Weltmeister von 2007 und eine verletzungsbedingte Aufgabe waren die einzigen Negativpunkte in seiner sonst makellosen Bilanz. Dicht hinter ihm folgt Eduard Kratz mit 13 Siegen, wobei auch er nur zweimal ganz knapp mit 2:3 und 0:1 verlor. Dahinter rangieren dann Sergios Solontkis (12:6), Marc Buschle (8:6) und Florian Schwarz (7:8). Sergios Solontkis war übrigens der einzige der 22 in der ersten Mannschaft eingesetzten ASV-Ringer, der bei allen 18 Kämpfen des ASV auf die Matte ging.
Das Hauptaugenmerk des ASV gilt ab jetzt natürlich der II. Mannschaft, die um den Titel in der württembergischen Oberliga und den möglichen Aufstieg in die Regionalliga kämpft. Da war der Sieg in Aichhalden von besonderer Bedeutung. Und dabei schwappten in der Sporthalle Rötenberg ab und zu die Emotionen recht hoch. Der hier eingesetzte hessische Mattenleiter Werner Bergmann (SC Großostheim) war hier nicht unbeteiligt. Wohl alle seine Wertungen waren durchaus nachvollziehbar. Aber mit seinen ständigen längeren Ansprachen an Ringer, Trainer, Betreuer und Zuschauer spielte er sich zu sehr in den Mittelpunkt und sorgte dadurch immer wieder für Ärger und Unmut bei beiden Lagern. Man erinnerte sich dabei an die alte Weisheit, der beste Schiedsrichter sei der, der überhaupt nicht auffällt.
(Bericht: Fritz Reichle)
29.11.2010
Der Großkampftag am Samstag brachte für den ASV Nendingen eine optimale Ausbeute. Es hatten wieder rund 800 Zuschauer trotz widriger Witterungsbedingungen und vielen anderer Veranstaltungen den Weg in die Mühlauhalle gefunden. Ein TV-Team sorgte für regionale Fernsehpräsenz. Aber noch erfreulicher war, dass alle drei Mannschaften mit Siegen ihre Tabellenpositionen weiter verbessern konnten. Da war natürlich auch die Prominenz auf der VIP-Tribüne mit Landrat und MdL Guido Wolf und der Sportkreisvorsitzenden Maggie Lehmann an der Spitze zufrieden. Und Markus Scheu, einer der drei Sportvorstände des ASV, erinnerte in seiner Begrüßung zu Recht daran, dass die Präsentation der Bundesligakämpfe ín diesem Rahmen in Deutschland „einmalig“ ist. Auch die Gäste aus Neuss, die in der Regel rund 150 Zuschauer haben, waren sichtlich beeindruckt. Aber Markus Scheu verwies auch noch einmal darauf, dass das nur dank eines enormen Einsatzes von freiwilligen Helfern des ASV und dank vieler Sponsoren möglich sei.
Dass Sponsorenunterstützung unabdingbar ist, wird an vielen Details deutlich. So konnte die Anfrage von Regio-TV EURO 3 auf Berichterstattung aus der Mühlauhalle nur durch die kurzfristige Zusage eines Sponsors positiv beschieden werden. Denn nur bei Erstattung der im mittleren dreistelligen Bereich liegenden Lizenzgebühren für eine TV-Aufzeichnung der Ringkämpfe, ist eine Ausstrahlung möglich. In manchen Sportarten kassieren die Vereine, im Ringen müssen die Vereine für eine natürlich hochwillkommene Berichterstattung erst mal Geld auf den Tisch legen. Aber so konnten sich die Ringsportfreunde über die regionale TV-Präsenz des ASV Nendingen am Montag freuen.
Manche Zuschauer wunderten sich am Samstag, als der ASV die Klasse bis 55 Kilogramm nicht besetzte. Aber die Bandscheibenprobleme von Florin Gavrila seit dem Kampf in Weingarten hätten seinen Einsatz zu einem unverantwortlichen Risiko gemacht. Da auch Alexandar Kostadinov nicht zur Verfügung stand, hätte beispielsweise der Nachwuchsringer Steffen Baur einspringen müssen. Der wäre dann aber nach einem Bundesligaeinsatz für spätere Kämpfe in der 2. Mannschaft gesperrt gewesen. Da überließ man dem starken Gästeringer lieber kampflos den Sieg. Anders war wohl die Situation der Gästemannschaft, in der der für einen Einsatz in der Klasse bis 120 Kilogramm im freien Stil vorgesehene Ringer nach heftigen Diskussionen gar nicht auf die Waage ging. Die Nendinger nahmen dies dankend zur Kenntnis.
Mit dem schwer erkämpften Sieg gegen den KSK Neuss hat sich der ASV vermutlich endgültig den 5. Platz in der 1. Bundesliga West vor dem ASV Mainz und dem KSK Neuss gesichert. Und damit ist nach dem Verpassen der Play-Offs zumindest ein realistisches Teilziel erreicht worden. Und falls der KSV Köllerbach im letzten Kampf gegen den KSV Aalen verlieren sollte, dann wären es gerade mal zwei Punkte, die dem ASV zu Platz 4 gefehlt hätten.
Für manche ASV-Anhänger waren der Sieg der „Zweiten“ gegen den TSV Herbrechtingen und die Übernahme der Tabellenführung in der Oberliga genau so wichtig wie der Sieg der „Ersten“. Viele waren im Vorfeld sehr skeptisch gewesen. ob das nach der Verletzung von Baris Diksu gelingen könnte. Doch die Mannschaft bewies eine tolle Moral. Da war einmal der enorme Einsatz von Semih Bosyan, der innerhalb von vier Tagen sechs Kilogramm in die Klasse bis 66 Kilogramm „abkochte“ und sich dann bis zur Erschöpfung auf der Matte verausgabte. Und dieser Mannschaftsgeist zeigte sich beispielsweise auch bei Bernhard Scheuring, der am Samstag erst von früh an beim Umzug eines Mannschaftskollegen schwitzte und anschließend auf der Matte noch mit einem Überlegenheitssieg aufwartete.
(Bericht: Fritz Reichle)
22.11.2010
Adolf Seger, als vierfacher Europameister und zweifacher Weltmeister sicher einer der besten deutschen Ringer aller Zeiten, war wie bei allen Kämpfen des ASV Nendingen in Freiburg auch am Samstag wieder unter den Zuschauern in der Freiburger Staudingerhalle. Und es war ihm anzusehen, wie bitter dieser Tag für ihn war. Nicht nur, weil es in der Halle bitterkalt war, so dass sogar Kampfrichter Walther Wölfelschneider ins Protokoll eintragen ließ: „Sporthalle für Wettkämpfe zu kalt.“ Mehr noch betrübte ihn der Zustand der RKG Freiburg. Nach 16 Kämpfen und 16 Niederlagen Tabellenletzter in der 1. Bundesliga West und sicherer Absteiger. Zum achten Mal in dieser Saison ohne komplette Mannschaft. Und dann eine Zuschauerkulisse, in der die 60 Nendinger ASV-Anhänger bei weitem in der Überzahl waren. Alles Beweise dafür, dass es bei der RKG Freiburg 2000, einem Zusammenschluss der früheren Freiburger Traditionsvereine von Haslach und St. Georgen, gewaltig knirscht. Bleibt zu hoffen, dass nach dem Abstieg ein mutiger und erfolgreicher Neuanfang gelingen möge.
Erfreulich aus Nendinger Sicht war in Freiburg allerdings nicht nur das gute Auftreten ihrer Mannschaft, sondern auch die lautstarke Unterstützung durch die ASV-Anhänger, die so doch noch für gute Stimmung in der Halle sorgten. Die wird auch am nächsten Samstag in der Mühlauhalle nötig sein. Nachdem nun endgültig die vier Endrundenplätze vergeben sind, geht es für den ASV Mainz, den ASV Nendingen und den KSK Neuss um die Plätze 5 bis 7. Wenn nun im letzten Heimkampf des Jahres der KSK Neuss zu Gast ist, könnte sich der ASV mit einem Sieg gute Karten in diesem Dreikampf verschaffen. Da kann man einwenden, das sei ein Kampf um die berühmte „Goldene Ananas“, aber immerhin wollen sich natürlich alle Mannschaften mit einem guten Eindruck aus der Saison verabschieden.
Der KSV Aalen hat hier allerdings offensichtlich einige Sympathien verspielt. Nachdem die Aalener schon gegen Nendingen einige Leistungsträger „geschont“ hatten, traten sie am Samstag in Neuss beim 6:32 mit einer noch deutlich schwächeren Mannschaft an, aus der vielleicht nur ein oder zwei Ringer wohl in der Endrunde eingesetzt werden dürften. Da war in den Ringerforen im Internet am Sonntag natürlich gleich von „Wettbewerbsverzerrung“ die Rede. Zudem war der junge Oliver Hug Doppelstarter, da er tags zuvor schon gegen die Nendinger Zweite gerungen hatte. Der Sieg von ASV Nendingen II wurde also folgerichtig von 24:15 auf 28:11 korrigiert.
Der ASV Nendingen will an diesem Samstag beim letzten Großkampftag in der Mühlauhalle mit allen drei Mannschaften seinen Dauerkarteninhabern ein kleines Geschenk machen. Als „danke schön“ für die Treue in dieser Saison kann die Dauerkarte an der Theke in ein kostenloses Getränk umgetauscht werden. Und vielleicht sorgen die ASV-Ringer dann für weitere „Geschenke“, wenn die Erste gegen den KSK Neuss, die Zweite als Tabellenzweiter der Oberliga gegen den Tabellendritten TSV Herbrechtingen und die Dritte als Tabellenführer der A-Klasse gegen die TG Stockach gewinnen könnten.
(Bericht: Fritz Reiche)
15.11.2010
Oberbürgermeister Michael Beck scheint -zumindest was den Sport angeht- einen guten Riecher zu haben. Zum ersten Mal in dieser Saison besuchte er einen Bundesligakampf des ASV Nendingen. Und mit diesem Termin hatte er eine ausgesprochen gute Wahl getroffen, denn der Kampf gegen den KSV Aalen war sicherlich die bisher spektakulärste Veranstaltung dieser Saison in der Mühlauhalle. Ein Gästebucheintrag auf der Homepage des ASV brachte dies auf den Punkt: „Superstimmung! Superkampf! Supersieg!“ Von Anfang an herrschte in der Mühlauhalle eine tolle Atmosphäre, die umso besser wurde, je deutlicher sich ein möglicher Sensationssieg des ASV abzeichnete. Über 1 000 Zuschauer konnten begeistert nach Hause gehen, sieht man mal von den vereinzelten Schlachtenbummlern des KSV Aalen ab, die offensichtlich weniger erfreut waren. Und sie hatten auch eine Premiere erlebt. Denn vermutlich erstmals waren die beiden Bundesligamannschaften von einem Oberbürgermeister höchstpersönlich auf der Matte vorgestellt worden.
Wenn die „Ostalb-Bären“ in Bestbesetzung erschienen wären, hätte der ASV sicher keine Siegchance gehabt. So aber profitierte man indirekt von der ausgeglichenen Kampfstärke der 1. Bundesliga West. Schon vor dem Kampf hatten die Aalener geklagt, dass sie anders als die Spitzenvereine im Osten schon in der Gruppenphase teure Ringer aus dem Ausland einfliegen müssten, um sich überhaupt für die Endrunde zu qualifizieren. Das aber könne man sich finanziell kaum erlauben. Wohl auch deswegen glaubte man dann, gegen Nendingen auf einige Stars aus Sparsamkeitsgründen verzichten zu müssen. Dass sich das aber auch ein deutscher Meister gegen den ASV Nendingen nicht erlauben kann, konnte man am Samstag sehen.
Der ASV Nendingen seinerseits kann natürlich in der Bundesliga auch nicht auf ausländische Stars verzichten. Aber in der gegen den KSV Aalen siegreichen Mannschaft standen immerhin sechs Ringer, die entweder schon in der Jugend beim ASV rangen oder seit geraumer Zeit ihren Wohnsitz in Nendingen gefunden haben. Und auch einige der Zugänge, wie zum Beispiel Ghenadie Tulbea, Eduard Kratz oder Adrian Ozsda, werden ja schon von vielen Zuschauern fast als „Eigene“ angesehen.
Unter Experten setzte nach dem Sieg am Samstag ein Rätselraten ein, wann denn der KSV Aalen letztmals gegen eine württembergische Mannschaft verloren habe. Und keiner konnte sich an einen solchen Fall in den letzten 20 Jahren erinnern. Hallensprecher Edwin Hamma spielte dann während des Kampfes gegen Musberg auf diese württembergische Rivalität an, als er ironisch meinte: “Der KSV Aalen mag ja deutscher Meister sein, aber nach dem 15:17 in Aalen und dem 19:16 gestern können wir uns eigentlich württembergischer Meister nennen.“
Dass Ringer harte Burschen sind, weiß man ja. Aber an diesem Wochenende war schon bemerkenswert, wie Ghenadie Tulbea und Florin Gavrila ihre schweren Verletzungen der Vorwoche weggesteckt haben. Dass beide schon wieder auf der Matte standen, war alles andere als selbstverständlich und Florin Gavrila war ja im Kampf gegen Aalen auch noch geschont worden. Beiden merkte man auch noch eine gewisse Gehemmtheit und Vorsicht an, aber beide holten für den ASV jeweils Vier-Punkte-Siege.
(Bericht: Fritz Reichle)
08.11.10
Andreas Miekeley hatte am Samstag nicht unrecht: „Es gibt Tage, da läuft halt alles schief.“ In der Tat war der ASV Nendingen beim SVG Weingarten ganz und gar nicht vom Glück verwöhnt. Und das begann schon vor dem ersten Kampf. Florin Gavrila klagte schon beim Aufwärmen über Rückenprobleme. Seinen Kampf über 5 Runden stand er dann nur unter großen Schmerzen durch. Wobei sich da natürlich die Frage stellt, ob man seinen Einsatz für die Mannschaft bewundern soll oder ob es nicht besser gewesen wäre, vorzeitig aufzugeben. Aber für Florin Gavrila, dessen großes Kämpferherz schon bei seinem Abschied aus Weingarten im letzten Jahr gerühmt wurde, kam eine Aufgabe nie in Frage. Auch nach seiner Behandlung in einer Klinik in Karlsruhe wegen Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall dachte er schon wieder an die nächsten Kämpfe. Ob er die aber tatsächlich bestreiten kann, scheint wohl mehr als fraglich.
Der zweite Schock für den ASV kam dann schon im dritten Kampf. Nach einem unglücklichen Zusammenprall mit seinem Gegner lag Ghenadie Tulbea plötzlich in einer großen Blutlache. Aus einer geplatzten Arterie an der Stirn rann das Blut. Das Nendinger Ringer-Ass wurde jedoch sofort von zwei Ärzten hervorragend betreut. Während der Schock im Publikum in Weingarten, wo ja auch Ghenadie Tulbea jahrelang ein beliebter Ringer gewesen war, noch wirkte, wurde er in der Kabine ärztlich bestens versorgt und genäht. Und als er kurz darauf wieder in der Halle erschien, wurde er vom erleichterten Publikum mit großem Beifall begrüßt. Wie überhaupt die Weingartener Zuschauer sich von ihrer besten Seite präsentierten und in sportlich fairer Weise ihre Ringer unterstützten. Diese Haltung zeigte sich dann auch auf der Homepage der SVG, wo sowohl im Kampfbericht als auch durch Beiträge im Gästebuch die besten Genesungswünsche für die beiden ASV-Ringer ausgesprochen wurden.
Ghendie Tulbea will übrigens schon am nächsten Samstag im Kampf gegen den KSV Aalen wieder auf der Matte stehen. Und dann wird vielleicht auch wieder Matthias Kelch, einer der drei Sportvorstände des ASV, in Ruhe die Kämpfe seiner Mannschaft verfolgen können. In Weingarten nämlich sah er zwar den Kampf von Florin Gavrila, dann allerdings begleitete er seinen Ringer auf dem Weg in die Karlsruher Klinik und kam erst lange nach Kampfende wieder nach Weingarten zurück. Dass einige der ASV-Ringer, wohl auch etwas geschockt durch die Ereignisse, an diesem Tag so manch eine Runde „verpennten“, wie es Andreas Miekeley einräumte, bekam Matthias Kelch erst auf der Rückfahrt mit.
Für die Nendinger Bundesligaringer steht nun am Samstag der letzte der ganz schweren Kämpfe mit der Begegnung gegen den deutschen Meister KSV Aalen an. Dann aber kommen die vier letzten Kämpfe der Saison, in denen man gegen vermeintlich leichtere Gegner auch vier Siege einfahren will. Der Auftakt zu diesem „guten Schluss“ könnte schon am Sonntagnachmittag gesetzt werden, wenn in der Mühlauhalle der zweite Heimkampf des Wochenendes gegen den TSV Musberg angepfiffen wird. Und gegen die Gäste von den Fildern hat der ASV nach dem überraschenden Unentschieden im Vorkampf ja noch eine Rechnung offen.
(Bericht: Fritz Reichle)
02.11.10
Träume gehen bekanntlich nur selten in Erfüllung. Dennoch sind sich Psychologen einig, dass es wichtig ist, Träume zu haben und sich Ziele zu setzen. Der ASV Nendingen kann in dieser Saison sein erklärtes Traumziel eines Endrundenplatzes offenkundig nicht mehr erreichen. Der Verein, die Ringer und ihr Trainer Volker Hirt können dennoch hoch erhobenen Hauptes in die nächsten Kämpfe gehen. Sie haben in den bisherigen 12 Kämpfen großen Sport geboten. Sie haben für manche positive Überraschung gesorgt. Und sie haben sich in dieser Saison den großen Respekt aller Spitzenmannschaften errungen. Das war allein schon an der Qualität der Aufstellung auch der großen Mannschaften deutlich, die gegen den ASV Nendingen jeweils eine starke Formation aufboten, um kein zu großes Risiko einzugehen. Und so kam die Region in den Genuss großen Ringkampfsportes, auch wenn manche Niederlage natürlich nicht so leicht zu verkraften war.
Ein kleiner Trost für den ASV ist es sicher, dass in diesem Jahr der Kampf um die Endrundenplätze in der 1. Bundesliga West härter war als je zuvor. Und auch, dass die Qualität der Mannschaften hier enorm hoch ist. Experten sind sich einig, dass Nendingen zum Beispiel in der 1. Bundesliga Ost wohl ohne große Probleme zumindest Platz vier hätte erreichen können, der im Augenblick vom SV Johannes Nürnberg gehalten wird. Das Beispiel von Sandor Tözser verdeutlicht den Klasseunterschied zwischen West und Ost. Sandor Tözser war im letzten Jahr für den ASV Hof in der 1. Bundesliga Ost mit 12:0 Siegen ungeschlagen. In der Westgruppe hat er bisher für den ASV Nendingen trotz seines guten Könnens und trotz großen Einsatzes gegen sehr viel stärkere Konkurrenz eine Bilanz von 3:8 aufzuweisen.
Wie hoch das Niveau der Kämpfe schon jetzt in der Gruppenphase ist, zeigt auch das Beispiel des KSV Aalen. Anders als im Vorjahr, als ihre großen ausländischen Stars erst in der Endrunde eingeflogen wurden, mussten sie nach ihrem Aufstellungsfehler bei Bonn-Duisdorf schon jetzt Asse wie den Vizeweltmeister Arsen Julfalakyan oder am letzten Wochenende auch noch die Ringerlegende David Musulbes einsetzen. Der Slowake genießt als Olympiasieger und achtfacher Welt- und Europameister geradezu Kult-Status und wird vielleicht auch am 13. November in der Mühlauhalle zu sehen sein, wenn der KSV Aalen zu Gast sein wird.
Eine wohl sehr seltene Aktion erlebten die staunenden Zuschauer am Samstag beim Kampf der Nendinger bei der RWG Mömbris-Königshofen. Der deutsche Meister Peter Weisenberger erhielt durch Kampfrichterentscheidung nach wertungsloser erster Runde im Zwiegriff die große Chance des Beinfassens gegen Marc Buschle. Dieser normalerweise ausschlaggebende Vorteil verpuffte, als Marc Buschle sich nicht nur lösen konnte, sondern seinerseits mit seinem Spezialgriff der Kopfzange seinen Gegner sogar schulterte. Der Kampfrichter Georg Goczol erkannte spontan auf Schultersieg, musste sich dann aber selbst korrigieren, da im Zwiegriff nur mit einer Punktwertung die betreffende Runde entschieden werden kann, nicht aber der ganze Kampf.
Der ASV Nendingen kann in dieser Saison nicht nur auf seine Bundesligamannschaft stolz sein. Die zweite Mannschaft steht als Aufsteiger in die Oberliga hier im Augenblick nur einen Punkt hinter dem TSV Ehningen und punktgleich mit zwei weiteren Mannschaften überraschend sogar auf Platz zwei und hat am nächsten Samstag die punktgleiche Mannschaft der KG Dewangen/Fachsenfeld in der Nendinger Sporthalle zum Spitzenkampf zu Gast. Und die dritte Mannschaft des ASV führt mit 20:0 Punkten die Tabelle der A-Klasse an und steht vor dem Aufstieg in die Bezirksklasse. Insgesamt 40 eingesetzte Ringer haben für den ASV zu diesen Erfolgen beigetragen.
(Bericht: Fritz Reichle)
Für den ASV Nendingen geht es am Wochenende um die Wurst
Am letzten Wochenende gab es in der Bundesliga die interessante Konstellation, dass sich die drei „Großen“ mit den drei „Verfolgern“ auseinander zu setzen hatten. Und dabei behielten dann auch wieder Aalen, Köllerbach und Weingarten jeweils gegen die Herausforderer die Oberhand. Das heißt also wohl, dass wie erwartet die RWG Mömbris-Königshofen, der ASV Mainz und der ASV Nendingen sich um den verbleibenden 4. Platz für die Play-Offs streiten müssen. Und das heißt also auch, dass sich für den ASV Nendingen nach der Niederlage gegen Köllerbach die Lage zwar nicht verbessert hat, aber auch noch nichts verloren ist. Allerdings schlägt am kommenden Wochenende mit dem nächsten Doppelkampftag für den ASV die Stunde der Wahrheit. Bei der RWG Mömbris-Königshofen am Samstag und dann am Sonntag daheim gegen den ASV Mainz muss unbedingt gewonnen werden, soll ein Endrundenplatz erreicht werden. Und das wird alles andere als leicht.
Trainer Volker Hirt war nach der klaren Niederlage nicht enttäuscht. „Die Niederlage kam nicht überraschend. Aber wir haben enge Kämpfe gezeigt und keine Verletzungen erlitten. Also können wir am kommenden Wochenende gegen unsere direkten Konkurrenten voll angreifen, um unsere kleine Chance zu wahren.“ Und dann war ja auch bemerkenswert zu sehen, wie sich der Stellenwert des ASV Nendingen in der Wahrnehmung der „Großen“ geändert hat. Der ASV kann es durchaus als ein Kompliment werten, dass der deutsche Meister von 2009 mit seiner stärksten Formation antreten musste, um jedes Risiko gegen den ASV Nendingen auszuschalten.
Als ein Gewinner des Tages durfte sich Benjamin Raiser fühlen. Sein Gegner Emil Milev hatte am Samstag zuvor in Aalen gegen den deutschen Meister Christian Fetzer mit 3:1 gesiegt. Und nun setzte sich Benjamin Raiser gegen den international erfolgreichen Bulgaren seinerseits mit 3:0 durch. Dieser Triumph war nach einigen leichten Enttäuschungen in dieser Saison dem jungen Nendinger von Herzen zu gönnen.
Mit Andreas Miekeley und Yan Ceaban feierten zwei ASV-Ringer ihren Saisoneinstand. Für Andreas Miekeley war das nach einer Verletzung und langer Wettkampfpause ein durchaus geglücktes Comeback. Etwas schwerer tat sich da der Rumäne Yan Ceaban. Verunsichert wurde er auch wohl zusätzlich durch die Sprechchöre einiger Fans, die den Einsatz von Florian Schwarz forderten, der diesmal in der 2. Mannschaft aushalf. Ansonsten konnten sich die Ringer aber, vor allem in der ersten Hälfte, über die lautstarke Unterstützung ihrer Anhänger nicht beklagen
Während des Großkampftages konnte man ab und zu auch zwei Nationaltrainer im Fachgespräch beobachten. Volker Hirt, als Greco-Trainer der Schweiz, fachsimpelte mit Nicolae Ghita, der seinerseits als rumänischer Nationaltrainer tätig ist. Nicolae Ghita, seit seiner Zeit bei der ASV Tuttlingen hier gut bekannt, ist mit Volker Hirt seit dem gemeinsamen Engagement beim KSV Haslach befreundet. Und als Vater des ASV-Neuzugangs Viorel Ghita, war er am Samstag natürlich auch persönlich am Kampf seines Sohnes in der Nendinger Zweiten interessiert.
Zwei positive Aspekte eines interessanten Kampftages waren ebenfalls bemerkenswert. Mit der Zahl von rund 1 000 Zuschauern wurde wohl ein Saisonrekord in der deutschen Bundesliga aufgestellt. Und der Mattenleiter Ralf Schick (ASC Kappel) hatte für die Besetzung des Kampfrichtertisches beim ASV ein besonderes Lob übrig. „Ich werde eure kompetente Arbeit extra im Protokoll vermerken.“ Harald Scheuring, Artur Behr, Wolfgang Funkler und Wolfgang Knoche vernahmen diese Anerkennung mit Genugtuung.
Einige Ringerexperten wunderten sich am Samstag, als sie die Aufstellung der Köllerbacher sahen. In der Bundesliga ist nur ein Ausländer aus Nicht-EU-Staaten pro Mannschaft zugelassen. Beim KSV waren aber mit dem Mongolen Naranbaatar Bayaraa und dem Albaner Elis Guri deren zwei aufgeführt. Albanien ist aber offensichtlich nach den DRB-Richtlinien den EU-Staaten gleichgestellt und außerdem hat anscheinend Elis Guri seit zwei Wochen auch noch die bulgarische Staatsangehörigkeit erworben. Der ASV seinerseits hat allerdings beim DRB mehrfach und vergeblich die EU-Anerkennung für den Moldawier Ghenadie Tulbea angefordert, der ja bei internationalen Turnieren für Monaco (EU) an den Start geht.
(Bericht: Fritz Reichle)
Mit 11:7 Punkten hat der ASV Nendingen nach Abschluss der Vorrunde der 1. Bundesliga zwar nicht die optimale Punkteausbeute erreicht, bei realistischer Betrachtung aber doch mehr geschafft, als viele vermutet haben. Gegen die großen Drei, - KSV Aalen, SVG Weingarten und KSV Köllerbach -, gab es die eingeplanten Niederlagen. Aber dass sowohl die RWG Mömbris-Königshofen als auch der ASV Mainz besiegt werden konnten, war ganz und gar nicht selbstverständlich. Allein das vermeidbare Unentschieden in Musberg entsprach nicht dem, was man sich beim ASV vorgestellt hatte.
Da gilt jetzt der am Samstag mit dem Heimkampf gegen den deutschen Ex-Meister KSV Köllerbach beginnenden Rückrunde die besondere Konzentration. Trainer Volker Hirt war deswegen am letzten Samstag beim Sieg gegen Bonn-Duisdorf noch nicht mit allen Ringern ganz zufrieden: „Wir müssen jetzt in der Rückrunde gegen stärkere Gegner noch konsequenter um jede Chance und jede einzelne Runde kämpfen.“
Über die Rolle des Ausnahmeathleten Ghenadie Tulbea braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Auch die ansteigende Form von Marc Buschle ist zu Recht schon öfters gewürdigt worden. Aber man muss auch die herausragende Leistung von Sergios Solontkis in dieser Saison ins richtige Licht rücken. Mit acht Siegen aus neun Kämpfen hat er sich in den letzten Wochen als überaus wertvoll für den ASV erwiesen. Vielleicht liegt ein Geheimnis seiner Stärke in seinen Essgewohnheiten. Von einigen aufmerksamen Beobachtern ist registriert worden, dass er fast jeden Tag in Nendingen mit einem Körbchen voll Äpfeln vom Einkauf zurückkommt. Äpfel sind nicht nur gesund, sondern machen offensichtlich auch stark.
Auch Florian Schwarz gehört zu den Säulen der Nendinger Mannschaft. Zwar kann er gegen übermächtige Konkurrenz nicht immer siegen, doch sor