27.12.2011
Mit Adolf Rutschmann ist eine der herausragenden Sportpersönlichkeiten des Kreises Tuttlingen der letzten 50 Jahre verstorben. Er verschied am Dienstag im Alter von 73 Jahren nach einer langwierigen und schweren Erkrankung, nachdem auch eine Operation vor vier Wochen ihm nicht mehr helfen konnte.
Adolf Rutschmann war nicht nur in seinem Verein ASV Nendingen, dem er sein ganzes Leben treu geblieben war, sondern weit darüber hinaus als eine wahre Ringerlegende und absolutes Vorbild geachtet. Mit seinem kraftvoll-dynamischen Ringstil lieferte er vor allem in den 60er-Jahren spektakuläre Kämpfe, die ihn in ganz Deutschland bekannt machten. Obwohl er 1959 bei den deutschen Juniorenmeisterschaften in Nendingen auch einen deutschen Meistertitel holte, war er eigentlich immer ein typischer Mannschaftsringer. Für die Mannschaft des ASV Nendingen hat er in seiner Aktivenzeit nicht nur alle deutschen Spitzenringer sondern auch viele ausländischen Stars besiegt und war immer ein fast sicherer Sieggarant.
Und so war er gemeinsam mit Reiner Schilling und Fritz Hagen maßgeblich beteiligt, als dem ASV Nendingen 1966 der Aufstieg in die deutsche Bundesliga gelang. Und als 1969 eine schwere Verletzung seine Ringerkarriere stoppte, war das ein wesentlicher Grund für den freiwilligen Rückzug des ASV aus der damaligen Bundesliga.
Doch es waren nicht nur seine glanzvollen sportlichen Erfolge, die ihn so beliebt und geachtet machten. Auch in seinem Beruf als Kfz-Meister war er hoch qualifiziert und beim TÜV oder später als Fahrschulprüfer weithin anerkannt. Was den überaus sympathischen Nendinger aber besonders auszeichnete, war seine ruhige, freundliche und stets ehrliche und geradlinige Art. Er machte aus seiner Meinung nie einen Hehl und wurde dafür überall respektiert.
Obwohl seine angeschlagene Gesundheit ihm später keine eigene sportliche Betätigung mehr erlaubte, blieb er im Ringsport und im ASV bis in die letzten Wochen hinein engagiert. In den letzten 20 Jahren hat er sich mit großer Hingabe vor allem in der Jugendarbeit eingebracht. Und wie sehr ihn seine Schützlinge geliebt haben, zeigte sich noch Ende November, als er bei seinem letzten Besuch in der Nendinger Sporthalle von seinen früheren Schützlingen herzlich begrüßt wurde.
Seine Frau Ruth und seine Familie können sich der Anteilnahme von vielen sicher sein. Für sie ist aber wohl auch ein Trost, dass Adolf Rutschmann als Vorbild und als Legende in den Herzen der Ringsportfreunde weiter leben wird.