04.12.2011
Der ASV Nendingen hat am Samstag sogar kurz an einem Sensationssieg gegen den deutschen Meister SVG Weingarten geschnuppert. Die Begegnung stand 15:15, als Daniel Reichle im letzten Kampf in der 1. Minute seinen favorisierten Gegner überraschend fast geschultert hätte. Der aber konnte sich doch noch aus der Brücke lösen und dann den erwarteten klaren Sieg und damit den Mannschaftserfolg für die Gäste beim 15:19 einfahren.
Die Nordbadener waren, anders als am Wochenende zuvor, in ganz starker Aufstellung erschienen und machten aus ihrem unbedingten Siegeswillen keinen Hehl. So erlebten die 950 begeisterten Zuschauer in der gut gefüllten Mühlauhalle packende Kämpfe auf hohem Niveau. Für die Ausgeglichenheit der Begegnung spricht, dass beide Mannschaften je fünf Siege holten. Die klareren Erfolge der Gäste gaben den Ausschlag zu ihren Gunsten.
Für Nendingen ging erstmals der 16-jährige Robin Baur in der 1. Bundesliga auf die Matte und er setzte sich gegen den deutschen Vizemeister Lukas Höglmeier engagiert zur Wehr. Im Schlüsselkampf des Abends konnte Edgaras Venckaitis gegen Ionut Panait nicht für die insgeheim erhoffte Überraschung sorgen.
Kampfrichter Claudio Bibbo, einer der erfahrensten Mattenleiter des DRB, hatte mit den fairen Kämpfen keine Mühe. In den Begegnungen der Zugaj-Zwillinge aber zog er sich den Unmut der Zuschauer zu, als er deren völlig passiv eingestellte Gegner nur zögernd mit Verwarnungen, aber nicht mit einer Disqualifikation bedachte und außerdem bei einer aus Nendinger Sicht klaren Schulterniederlage von Adam Juretzko nicht abpfiff.
Robin Baur (55 Kilogramm) lieferte gegen Lukas Höglmeier einen beherzten Kampf, konnte aber natürlich eine Überlegenheitsniederlage nicht vermeiden. Dann aber kam die Stunde der Nendinger mit drei Siegen in Folge. Nicolai Ceban (120 Kilogramm) überließ Johannes Kessel diesmal keine Runde. In einem sehr konzentriert geführten Kampf sicherte er sich in seinem 14. Kampf für den ASV seinen 13. Sieg mit 3:0 Runden. Auch sein Freund Ghenadie Tulbea ließ sich von Christoph Ewald nicht überraschen. Nach eher vorsichtigem Beginn hätte es dann fast sogar noch für einen Vier-Punkte-Sieg gereicht.
Balazs Kiss hatte vor zwei Jahren einmal überraschend gegen den deutschen Meister Oliver Hassler verloren. Entsprechend intensiv bereitete sich Publikumsliebling „Balu“ auf diesen Kampf vor und setzte sich dann auch sicher in allen drei Runden knapp durch. Die Nendinger Führung schrumpfte dann zur Pause auf 9:7 zusammen, als Edgaras Venckaitis (66 Kilogramm) trotz aller Bemühungen gegen den EM-Zweiten von 2010, Ionut Panait, in drei engen Durchgängen kein Rundengewinn gelang.
Auch Marc Buschle versuchte gegen den favorisierten Russen Bekhan Kurkiev alles, aber wie schon in der Vorrunde behielt der SVG-Ringer mit seinem unbequemen Kampfstil mit 3:0 die Oberhand. Yan Ceaban hatte in der Klasse bis 66 Kilogramm schon auf der Waage verloren, da er wegen der Deutschquote als überzähliger Ausländer galt. Er bot aber dem früheren Europameister Anatoli Guidea doch einen schönen Freundschaftskampf, den er nur mit 1:3 verlor.
Für viele Zuschauer war es dann nicht ganz nachvollziehbar, dass der rein defensiv eingestellte Rene Zimmermann gegen den ständig angreifenden Nenad Zugaj nicht disqualifiziert wurde. Er bekam aber nur zwei statt drei Verwarnungen und unterlag so nur mit 1:3. Ein ähnliches Bild in der Klasse bis 74 Kilogramm, in der Neven Zugaj gegen Adam Juretzko klar dominierte. Ein Schulterfall des Gastes in der 1. Runde wurde nicht anerkannt und so musste sich der Kroate mit einem klaren Punktsieg begnügen. Damit hatte der ASV jedoch wieder auf 15:15 ausgeglichen.
Fast hätte es dann durch Daniel Reichle (74 Kilogramm) die große Überraschung gegeben. So aber setzte sich der frühere WM-Vierte Szabolcs Laszlo als klarer Favorit letztlich doch überlegen durch und sicherte den deutschen Meister den Sieg mit 19:15.
(Bericht: Fritz Reichle)
Bilder: Helmut Bucher