31.03.2011
Drei Ringer des ASV Nendingen waren bisher im freien Stil bei der Europameisterschaft in Dortmund in dieser Woche im Einsatz. Und mit einer Bronzemedaille für den Neuzugang Nicolai Ceban und dem 5. Platz für Ghenadie Tulbea haben sie richtig aufgetrumpft. Auch Yan Ceaban hat nicht enttäuscht, musste sich jedoch mit Platz 17 zufrieden geben.
Unter den Zuschauern in der Dortmunder Westfalenhalle waren auch einige Ringsportfreunde aus dem Kreis. Sie ärgerten sich zwar über manche organisatorische Unzulänglichkeiten, waren aber vom insgesamt hohen Leistungsniveau der Freistilringer begeistert. Unter ihnen mit Markus Scheu und Matthias Kelch auch zwei der drei Sportvorstände des ASV, die natürlich insgeheim auf eine Medaille von Ghenadie Tulbea gehofft hatten. Der bei dieser EM für Monaco startende Moldawier enttäuschte ganz und gar nicht, musste sich aber zwei jüngeren Konkurrenten beugen. Dennoch waren seine Fans mit dem guten 5. Platz in der Klasse bis 55 Kilogramm durchaus zufrieden.
Nach einem Freilos in der Qualifikationsrunde traf Tulbea im Achtelfinale auf den Slowaken Argishti Kostanjan. Hier beherrschte er seinen Gegner jederzeit und zog mit einem vorzeitigen Sieg mit 4:1/7:0 in das Viertelfinale ein. Hier wartete allerdings mit dem Russen Djamal Otarsultanov der Europameister des Jahres 2008, dem Tulbea schon einmal bei der EM 2006 unterlegen war. Auch diesmal hatte der Russe in beiden Runden mit jeweils 3:0 Punkten die Nase vorn, als er seinen Gegner immer wieder eiskalt auskonterte. Da er aber dann mit einem klaren Sieg im Halbfinale in den Endkampf einzog, in dem er sich dann auch in diesem Jahr wieder den EM-Titel holte, bot sich für den ASV-Ringer doch noch eine zusätzliche Chance über die Hoffnungsrunde.
Hier traf er in einem interessanten Duell auf den deutschen Vertreter, Tim Schleicher vom SV Nürnberg. Ghenadie Tulbea trumpfte schon in Runde eins mit 5:1 auf und brachte dann auch in der 2. Runde mit 1:0 den sicheren Sieg nach Hause. Damit bot sich die Chance zum Kampf um die Bronzemedaille. Hier überfuhr aber der Weißrusse Uladzislau Andreyeu das ASV-Ass in der 1. Runde mit 8:0. Die 2. Runde blieb beim 1:1 lange offen, ehe Andreyeu dann doch noch wenige Sekunden vor Schluss den Punkt zum 2:1 machte und sich damit die Bronzemedaille sicherte.
Etwas mehr Glück hatte in Dortmund Tulbeas Landsmann Nicolai Ceban. Er wird auf Empfehlung von „Ghena“ in dieser Saison den ASV Nendingen verstärken. Und mit ihm scheint der ASV einen besonders guten Fang gemacht zu haben. Matthias Kelch geriet nach seinen Kämpfen geradezu ins Schwärmen: „Der präsentierte sich hier wie ein völlig austrainiertes Kraftpaket.“ In den ersten beiden Runden in der Klasse bis 96 Kilogramm errang er klare Siege gegen den Slowaken Rene Matejov und den in der Bundesliga gut bekannten Gergely Kiss (Ungarn). Im Viertelfinale wartete mit dem Georgier Beldukhi Gavaselishvili, ein Mann, der vorher den deutschen Meister Kevin Schwäbe klar besiegt hatte. Doch Nicolai Ceban ließ auch diesem Gegner beim 4:0/3:0 keine Chance. Erst im Halbfinale musste er sich nur ganz knapp dem Weltmeister Khetag Gazyumov (Aserbeidschan), der sich dann auch in Dortmund den EM-Titel holte, mit 0:1/0:1 beugen. Im Kampf um Bronze aber setzte sich Ceban wieder mit 3:1/1:0 gegen den Armenier Edgar Enokyan durch und sicherte sich mit Bravour den begehrten Podestplatz.
Nicht ganz so gut schnitt der dritte ASV-Ringer, der Rumäne Yan Ceaban, in der Klasse bis 66 Kilogramm ab. Schon in der 1. Runde traf er mit dem für den deutschen Meister SVG
Weingarten ringenden ungarischen Meister Gergely Wöller auf einen ganz starken Gegner. Beim 0:1/0:1 war er zwar fast ebenbürtig, verlor damit aber die Chance auf eine vordere Platzierung. Da Wöller nicht über Platz fünf hinauskam, blieb Ceaban die Hoffnungsrunde versperrt. So musste er sich mit Platz 17 unter den 26 Teilnehmern begnügen.
(Bricht: Fritz Reiche)