24.02.2011
Nachdem am Dienstag noch von den Verantwortlichen des KSV Aalen definitiv der Rückzug ihrer Mannschaft aus der 1. Bundesliga bekräftigt worden war, ist am Mittwoch nun doch der Rückzug vom Rückzug verkündet worden. „Wir werden nicht zurückziehen“, erklärte die KSV-Geschäftsführerin Rosa Walter. Der KSV Aalen werde in der nächsten Saison nun doch in der Ostgruppe der Bundesliga antreten.
Die Ringsportanhänger werden die Wende in der Position des letztjährigen deutschen Meisters von der Ostalb mit einem lachenden und einem weinenden Auge verfolgen. Positiv ist sicherlich die Tatsache, dass mit dem KSV Aalen ein Traditionsverein nun doch der Bundesliga erhalten bleibt und damit auch in der Ostgruppe neun Mannschaften am Start sein werden. Negativ für den Ringsport und vor allem die Bundesliga ist aber das unwürdige Hickhack und Hin und Her der letzten Wochen und Tage. Und hier kann wohl nur eine umfassende Ligareform für die übernächste Saison, die vielleicht schon in diesem Frühjahr bei einer Tagung des DRB mit den Vertretern der Bundesligavereine besprochen werden soll, Abhilfe schaffen.
Was letztlich den überraschenden Umschwung in Aalen bewirkt hat, bleibt unklar. Es hätten sich neue Umstände ergeben, hieß es aus Vorstandskreisen. Entscheidend war wohl vor allem das Aufbegehren vieler Mitglieder, die sich über den Vorstandsbeschluss zum Rückzug empörten. Es wurde vehement die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gefordert, die nun auch Mitte nächster Woche stattfinden soll. Hier soll über die weitere Entwicklung des KSV Aalen diskutiert werden. Eine wichtige Rolle dabei wird sicherlich der finanzielle Aspekt spielen. Es ist die Rede davon, eventuell die Ziele und Ausrichtung der Mannschaft zu reduzieren. „Es gilt jetzt erst mal, die nächste Saison in der Ostliga zu überstehen“, erklärte der bisherige Vizepräsident Markus Klingler.
Nach dem frühzeitigen Ausscheiden aus den Play-Offs im Januar und dem überraschenden Weggang ihres Asses David Bichinashvili (künftig beim ASV Mainz) scheinen die Ostälbler nun an einem Scheideweg zu stehen. Ob sie nach all den Turbulenzen alle ihre bisherigen Kaderringer halten können, wird sich wohl erst erweisen.
Der ASV Nendingen wird sich nun darauf einstellen müssen, in der Westgruppe nur noch acht Gegner und damit acht Heimkämpfe zu haben. Nach dem Abstieg der RKG Freiburg und der Umsetzung des KSV Aalen kommt nun nur der Aufsteiger TuS Adelhausen als zusätzliche Mannschaft. Neben den beiden Finalisten dieses Jahres, dem SVG Weingarten und der RWG Mömbris-Königshofen, scheint nur der KSV Köllerbach ein sicherer Kandidat für die Play-Offs zu sein. Ein weiterer heißer Anwärter wird sicher der ASV Mainz, der sich außer mit David Bichinashvili noch mit einigen anderen Stars verstärkt hat. Inwieweit der ASV Nendingen neben dem KSK Neuss, dem TSV Musberg, dem TKSV Bonn-Duisdorf und dem TuS Adelhausen hier mitmischen kann, wird eine der spannenden Fragen der nächsten Saison sein. Ab dem 20. August wird man mehr wissen.
(Bericht: Fritz Reichle)