22.02.2011
Mit einem Paukenschlag hat die Vorstandschaft des KSV Aalen auf die Versetzung ihrer Mannschaft in die 1. Bundesliga Ost reagiert. Sie hat ihre Mannschaft aus der Bundesliga zurückgezogen und will in der Oberliga, in der bisher ihre 2. Mannschaft startete, einen „Neuanfang“ versuchen. Damit fehlt dem ASV Nendingen ein attraktiver Gegner in der 1. Bundesliga West, in der im Augenblick damit nur neun Mannschaften teilnehmen.
Der Deutsche Ringerbund hat in der Vorbereitung auf die Bundesligasaison 2011 gelinde gesagt keine glückliche Hand gehabt. Nachdem schon mit dem ASV Hof und der KG Frankfurt(O)/Eisenhüttenstadt zwei Mannschaften aus dem Osten zurückgezogen hatten, verzichtete man auf eine Umstrukturierung.. Trotz Einsprüchen des KSV Aalen und des ASV Nendingen verfolgte man das Ziel einer Verschiebung des KSV Aalen in die Ostliga, so dass beide Gruppen damit nur noch mit neun Mannschaften besetzt wären.
Der KSV Aalen legte gegen die Versetzung seiner Mannschaft Widerspruch ein und schlug eine Neueinteilung in eine Süd- und Nordliga vor. Der ASV Nendingen sah durch den Abzug einer Mannschaft und damit den Verlust eines Heimkampfes die Attraktivität der Liga und die wirtschaftliche Basis des Vereins geschmälert. Denn der ASV ist ein Verein, für den die Einnahmen aus seinen gut besuchten Heimkämpfen von enormer Bedeutung sind. Für diese Argumentation erklärte auch Karl Rothmer, der für die Bundesligen zuständige Vizepräsident des DRB, sein „vollstes Verständnis“, sah aber „keine Möglichkeit diese Probleme für die neue Saison zu lösen“. Auch der Vorschlag des ASV Nendingen einer Umstrukturierung in drei Gruppen mit anschließender Zwischenrunde und Play-Offs, was jedem Verein mindestens 18 Kämpfe garantiert hätte, wurde abgeschmettert.
Am Montag überschlugen sich dann die Ereignisse. Um 12:43 Uhr informierte Karl Rothmer die Vereine über die endgültige Einteilung in zwei Neuner-Gruppen und die Zuweisung des KSV Aalen in die 1. Bundesliga Ost. Die Ostälbler reagierten darauf mit der Ankündigung eines Rückzugs, der dann am Montagabend in einer Pressekonferenz tatsächlich verkündet wurde.
Wie es nun weiter geht, muss abgewartet werden, zumal der SV Untergriesbach als Aufsteiger in die 1. Bundesliga Ost im Vorfeld angekündigt hatte, man wolle nur in einer Liga mit mindestens neun Vereinen ringen. Auch beim ASV Nendingen ist man über die Situation nicht gerade glücklich und hätte ein Verhalten des DRB erwartet, bei dem die Interessen der Vereine besser berücksichtigt worden wären. Dennoch laufen die Planungen für die neue Saison weiter, in der sowohl sportlich als auch wirtschaftlich eine gute Bilanz erzielt werden soll.
(Bericht Fritz Reichle)