04.04.2011
Nachdem bei der EM in Dortmund die Freistilringer des ASV Nendingen mit dem 3. Platz durch Nicolai Ceban und dem 5. Platz durch Ghenadie Tulbea überzeugten, hatten die ASV-Ringer im griechisch-römischen Stil am Wochenende weniger Glück. Balazs Kiss wurde immerhin Neunter. Aleksandr Kostadinov, und die Zwillingsbrüder Nenad und Neven Zugaj landeten auf den Plätzen 15 und 16.
Pechvogel am abschließenden Sonntag war sicherlich Balazs Kiss. Der ungarische Weltmeister von 2009 war in der Klasse bis 96 Kilogramm als einer der Favoriten an den Start gegangen. Gegen den Litauer Aldas Lukosaitis zog er auch mit einem sicheren Sieg ins Achtelfinale ein. Hier kam es dann zum brisanten Duell mit Mirko Englich der großen deutschen Hoffnung in dieser Stilart. Mirko Englich hatte bekanntlich in Peking die Silbermedaille gewonnen und trug nun in seiner Heimatstadt Dortmund die letzten deutschen Hoffnungen auf eine Medaille im klassischen Stil. Auch das ZDF ging deswegen in seiner „Sportreportage“ am Sonntag ausführlich auf diesen Kampf ein. Balazs Kiss sicherte sich die 1. Runde, als er in der Unterlage alle Griffversuche von Englich abwehren konnte. Im 2. Durchgang kam er dann seinerseits in der Bodenlage wenige Sekunden vor Schluss mit einem Durchdreher durch und entschied damit dieses Prestigeduell mit einer starken Leistung für sich. Das sollte sich allerdings als Pyrrhus-Sieg erweisen, denn der ASV-Ringer hatte sich dabei eine schwere Rippenverletzung zugezogen und musste im Viertelfinale gegen den späteren Europameister Tsimafei Dzeinichenka (Weißrussland) schon nach wenigen Sekunden aufgeben. Die Hoffnung auf eine Medaille war damit dahin, der gute 9. Platz unter 25 Ringern für den ungarischen Ringer nur ein schwacher Trost.
In starker Form präsentierte sich am Sonntag auch Neven Zugaj in der Klasse bis 74 Kilogramm. Gegen den polnischen Meister Julian Kwit machte der Kroate viel Druck und schaffte mit einem 2:0 Sieg den Einzug ins Achtelfinale. Hier wartete allerdings mit Selcuk Cebi (Türkei) ein Ringer, der sowohl 2009 als auch 2010 den Weltmeistertitel geholt hatte. Der ASV-Neuzugang hielt zwar toll mit, musste aber nach mit 0:1 verlorener 1. Runde auch die 2. Runde nach einer entscheidenden Wertung kurz vor Schluss mit 1:3 abgeben. So blieb ihm nach einer aber durchaus überzeugenden Leistung letztlich „nur“ der 15. Platz unter den 33 Teilnehmern dieser Klasse.
Sehr enttäuscht war tags zuvor sein Zwillingsbruder Nenad Zugaj gewesen. Er hatte sich vorher einiges in der Klasse bis 84 Kilogramm ausgerechnet. Mit dem fast zwei Meter großen Theodoros Tounousidis traf er aber gleich zum Auftakt auf einen sehr unangenehmen Gegner. Der griechische EM-Achte des letzten Jahres hatte zwar in der Bundesliga im letzten Jahr von 11 Kämpfen nur einen verloren, doch Nenad Zugaj hatte hier aber doch einen Sieg eingeplant. Er kam jedoch mit seinem sperrigen Gegner nicht zurecht und verlor denkbar knapp mit 1:1/0:1. So blieb für ihn letztlich statt eines Spitzenplatzes der 16. Rang unter 28 Startern dieser Klasse.
Ohne Fortüne war am Samstag auch Aleksandr Kostadinov in der Klasse bis 55 Kilogramm gewesen. Der Bulgare traf gleich in der 1. Runde mit Mariusz Los auf einen der Favoriten in dieser Kategorie. Kostadinov hielt zwar gegen den polnischen EM-Zweiten von 2009 hervorragend mit. Nach mit 0:2 verlorener 1. Runde drehte er im 2. Durchgang mit 3:0 gewaltig auf. Die entscheidende 3. Runde aber verlor er wieder mit 0:2 und damit war für ihn dieses Turnier schon beendet. Bei etwas mehr Glück wäre sicher eine bessere Platzierung als Rang 15 unter 26 Teilnehmern möglich gewesen.
(Bericht: Fritz Reichle)