23.05.2011
Für den Bundesligisten ASV Nendingen steht die Identifikation mit der Donaustadt an erster Stelle
-Nendingen -
Drei Monate sind es noch, bis am Samstag, 20. August, der ASV Nendingen zum Auftakt der Ringer-Bundesligasaison in der Tuttlinger Mühlauhalle auf Vizemeister RWG Mömbris-Königshofen trifft. Die Planungen für den Kader sind schon weitestgehend abgeschlossen. Auf sieben neue Ringer dürfen sich die ASV-Fans freuen. Trainer Volker Hirt betont, dass diese bis auf zwei nur Ergänzungsringer sind. Den Kern des Teams bilden wie schon in der Vorsaison Baris Diksu (60 kg G), Florian Schwarz (66 kg F), Benjamin Raiser (66 kg G) und Marc Buschle (84 kg F).
Nicht mehr für den ASV ringen Markus Eichin (WKG Weitenau-Wieslet) und Andreas Miekeley (Karriere beendet). Zudem hat sich der Verein von Sandor Töszer getrennt, der im Vorjahr nicht die Leistung gebracht hat, die sich der ASV von ihm erhofft hatte. Die neueste Verpflichtung der Nendinger ist der Litauer Edgaras Venckaitis, der im griechisch-römischen Stil in der Klasse bis 66 Kilogramm eingesetzt werden kann. Dazu gesellen sich der Deutsche Ahmed Dudarov (74 kg F, vorher: KSG Ludwigshafen), der Bulgare Ivan Deliverski (74 kg F, Wacker Burghausen), der Ungar Arpad Ritter (84 - 120 kg F, SV Germania Weingarten), der Rumäne Nicolai Ceban (96 - 120 kg F) sowie die kroatischen Zwillinge Neven (74 kg G) und Nenad Zugaj (86 kg G). Auch der Ungar Balazs Kiss (96/120 kg G) wird für den ASV neu auf die Matte gehen, nachdem er im vergangenen Jahr als Neuzugang wegen Dopings gesperrt war.
„Bis auf Ahmed Dudarov und Ivan Deliverski, die Sandor Töszer ersetzen, sind das alles Ergänzungsringer, die eingesetzt werden, wenn Stammringer verhindert sind“, tritt Hirt der Kritik entgegen, dass der ASV mit den vielen Ausländern seine Identität verlieren würde. Er betont, dass die dritte Mannschaft, die in der kommenden Runde in der Bezirksklasse startet, für den Nachwuchs gedacht ist, um diesen an die zweite Mannschaft, die in die Regionalliga aufgestiegen ist, heranzuführen – so wie 2010 Robin Baur, der einige Einsätze in der Oberliga hatte. Auch in der Zweiten werden vor allem einheimische Ringer auf die Matte gehen: „Nach den Statuten dürfen wir in der Regionalliga nur zwei Ausländer einsetzen, so dass das Team zu 80 Prozent aus Nendingern bestehen wird“, sagt Hirt.
Venckaitis wurde laut Hirt vom ASV geholt, weil Stammringer Benjamin Raiser bis Ende September in Amerika weilt. Der Litauer soll die Zeit überbrücken helfen, bis Raiser wieder so stark ist, in der Bundesliga Siege einzufahren. Ansonsten hat der ASV bei den Neuverpflichtungen darauf geachtet, dass sie starke Ergänzungen sind. So hat Hirt in den Kämpfen mehr Variationsmöglichkeiten, damit der ASV für die Gegner nicht mehr so leicht auszurechnen ist. So könnte etwa bei ganz wichtigen Kämpfen der WM-Dritte Nenad Zugaj für Sergios Solontkis antreten.
Deutsche Athleten sind schwer zu bekommen
„Es ist wahnsinnig schwer, einen deutschen Ringer zu finden – auch weil er viel zu teuer ist. Wenn wir nur deutsche Ringer einsetzen würden, dann könnten wir die Liga kaum halten. Es sei denn, wir würden alle deutschen Top-Leute holen, aber dafür reicht das Budget nicht“, hofft Hirt, dass die ASV-Fans die neuen Ringer gut aufnehmen werden. Weiter mit von der Partie sind beim ASV die wichtigen Ringer Ghenadie Tulbea (55/60 kg F), Eduard Kratz (74 kg G), Sergios Solontkis (84 kg G), Georgi Sredkov (96 kg F) und Mindaugas Mizgaitis (120 kg G). Die Lücke, die Markus Eichin (96/120 kg F) und Andreas Miekeley (96/120 kg G) reißen, sollen Solontkis, Kiss, Sredkov, Ceban und Nenad Zugaj abdecken.
„Die Bundesliga ist in der kommenden Runde sehr stark. Auch wenn der KSV Aalen jetzt in der Bundesliga Ost ringt, mit dem TuS Adelhausen kommt eine ganz starke Mannschaft aus der zweiten Liga. Die haben sich punktuell so verstärkt, dass sie um die Playoffs ringen können“, sagt Hirt, der mehr spannende Kämpfe erwartet als in der vergangenen Saison.
Bericht: Christian Gerards