12.12.2011
Auch manch ein dem ASV wohlgesinnter Ringsportfreund hat am Wochenende verwundert die Aufstellung des ASV beim Kampf in Köllerbach zur Kenntnis genommen. Mit nur acht Ringern unterlag der ASV bekanntlich dort schon auf der Waage. Wie konnte es dazu kommen?
Noch nie in der Geschichte des ASV hatte der Verein einen qualitativ und auch quantitativ so guten Kader an Ringern wie in diesem Jahr. Und dennoch zeigte sich in dieser Saison, dass das doch noch zu wenig war, um mit den drei Mannschaften alle Ziele zu erreichen.
Man kann den Verweis auf die Verletzungsprobleme als „Ausrede“ abtun. Aber der Verein konnte eben vor allem die Ausfälle von deutschen Stammringern wie Eduard Kratz, Benjamin Raiser oder Florian Schwarz nicht auf Dauer kompensieren. So mussten immer wieder Ringer aus der 2. und gar 3. Mannschaft einspringen, die natürlich zum großen Teil in der 1. Bundesliga überfordert waren. Was zum Beispiel auch dazu führte, dass ein junger Ringer nach nur einem Einsatz in der Bundesliga für alle Kämpfe der 3. Mannschaft in diesem Jahr gesperrt war.
Die Situation spitzte sich am vergangenen Wochenende zu. Auf die Zugaj-Zwillinge musste verzichtet werden, weil ihr Trainer ihnen in ihrem Trainingslager ein Startverbot erteilte. Balazs Kiss bat darum, nicht schon wieder Gewicht machen zu müssen für diesen Kampf. Dann sagte noch Arpad Ritter aus Verletzungsgründen ab. Und Eduard Kratz sowie Florian Schwarz waren ja schon längere Zeit nicht einsatzbereit. Benjamin Raiser sollte erstmals nach seiner OP in der 2. Mannschaft ein vorsichtiges Comeback versuchen.
Dazu kam die Situation der 2. Mannschaft, die sich in der Regionalliga noch mitten im Abstiegskampf befindet. Am Samstag war sie beim ASV Urloffen zu Gast, der um die Meisterschaft ringt. Trotzdem wurden mit Marco Schmid und Daniel Reichle zwei Stammringer der Zweiten für die Erste abgestellt. Die Mannschaft weiter zu schwächen und eventuell mit einer Rumpfmannschaft nach Urloffen zu reisen, hätte dem ASV sicher zu Recht den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung eingebracht.
Was also tun bei einem nicht unendlichen Reservoir an einsatzfähigen Ringern? Hätte man beispielsweise einen jugendlichen Ringer, der schon mehrere Male in der 1. Mannschaft in der „Opferrolle“ eingesprungen war, mit Gewalt zur Fahrt nach Köllerbach zwingen sollen?
So blieb also der zugegebenermaßen peinliche Notbehelf, mit einer dezimierten Mannschaft im Saarland anzutreten. Wobei allerdings auch die Gastgeber diese Begegnung nicht komplett bestritten.
Man sollte aber wohl nicht wegen diesem einen unglücklichen Kampf in dieser Situation zum Saisonschluss die ganze Saison des ASV oder die ganze Bundesliga in Frage stellen. Ohne die Probleme zu ignorieren, kann doch festgestellt werden, dass den vielen Zuschauern nicht nur bei den Heimkämpfen in der Mühlauhalle gerade auch in diesem Jahr großer Sport geboten worden ist. Und es ist wohl im Interesse des Ringsports und der Region, das auch im nächsten Jahr wieder anbieten zu können.
(Bericht: Fritz Reichle)
10.12.11
Am letzten Kampftag der 1.Bundesliga haben sich der ASV Nendingen und auch der KSV Köllerbach nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Da alle wichtigen Entscheidungen über Endrunde und Absteiger schon vorher geklärt waren, fehlte diesem Kampf in Köllerbach völlig die Spannung. Beide Mannschaften traten nicht in Bestbesetzung an. Nendingen bot nur acht Ringern auf. Da auch Köllerbach eine Klasse unbesetzt ließ, wird diese Begegnung mit 36:0 für die Gastgeber gewertet. Obwohl auch der KSV drei junge Ringer einsetzte, gewann er die Kämpfe auf der Matte mit 33:9.
Auf Grund der Verletzungsprobleme hat der ASV Nendingen in dieser Saison schon 27 Ringer in der Bundesliga einsetzen müssen. Da für diesen bedeutungslosen Kampf nicht eigens die Zugaj-Zwilling oder Balazs Kiss eingeflogen werden sollten und der ASV seine 2. Mannschaft in der noch heiß umkämpften Regionalliga nicht noch weiter schwächen wollte, trat man eben mit einer unvollständigen Mannschaft die Reise ins Saarland an.
Das war zwar nicht unbedingt im Interesse der 280 Zuschauer in der Kyllberghalle, doch die wurden wenigstens zum Teil entschädigt. In zwei Klassen gab es jeweils Klassekämpfe über die volle Distanz von fünf Runden. Und in allen Begegnungen auf der Matte gab es durchschnittlich je 14 Wertungspunkte, so dass doch spektakulärer Sport für die Zuschauer zu sehen war.
Da der TuS Adelhausen und der TKSV Bonn-Duisdorf erwartungsgemäß ihre Kämpfe bei den Tabellenletzten TSV Musberg und KSK Neuss gewinnen konnten, bedeutet die Niederlage in Köllerbach für den ASV allerdings das Abrutschen auf den sicher nicht ganz befriedigenden Platz sieben mit 12:20 Punkten hinter Adelhausen und Bonn mit jeweils 13:19 Punkten.
In den beiden leichten Gewichtsklassen kamen Liridon Avdyli (55 Kilogramm) für Köllerbach und Ghenadie Tulbea (60 Kilogramm) für Nendingen ohne Gegner zum Sieg. Im ersten Kampf auf der Matte zeigte Nicolai Ceban eine absolute Klasseleistung gegen Dimitar Kumchev. Der Köllerbacher EM-Dritte brachte 23 Kilogramm mehr auf die Waage und hatte bisher nur eine Niederlage in dieser Saison einstecken müssen. Trotz des immensen Gewichtsnachteils setzte sich der Nendinger aber nach 1:2 Rundenrückstand doch noch in der 5. Runde mit 4:0 klar durch und zeigte damit einmal mehr, welch guten Fang der ASV mit ihm gemacht hat.
Ohne Chance war erwartungsgemäß Robin Baur (66 Kilogramm) gegen Manuel Pütz. Doch ist ihm hoch anzurechnen, dass er sich trotzdem für die Mannschaft zur Verfügung gestellt hat. Angesichts dieses letzten Kampftages hatte Marc Buschle auf das Gewichtmachen verzichtet und trat in der Klasse bis 96 Kilogramm im klassischen Stil an. Dass er da gegen den Spezialisten Björn Holk nicht nur körperlich klar unterlegen war, liegt auf der Hand. Dennoch zeigte er in der 2. und 3. Runde eine starke Leistung.
Einen guten Kampf bot Yan Ceaban (66 Kilogramm) gegen den früheren deutschen Meister Martin Daum. Allerdings konnte er auch in dieser Begegnung bei seiner Niederlage nach fünf ganz engen Runden nicht ganz die an ihn geknüpften hohen Erwartungen erfüllen. Nachdem der jugendliche Ersatzmann Gennadij Cudinovic (84 Kilogramm) für Köllerbach kampflos zum Sieg gekommen war, kämpfte Marco Schmid (74 Kilogramm) bravourös gegen den starken Timo Badusch. Eine Überlegenheitsniederlage konnte er aber natürlich nicht vermeiden.
Dasselbe gilt für Volker Hirt und Daniel Reichle, die es jeweils mit den aktuellen deutschen Meistern zu tun hatten. Trainer Volker Hirt trat notgedrungen selber in der Klasse bis 84 Kilogramm an und unterlag gegen Jan Fischer. Auch Daniel Reichle (74 Kilogramm) gab gegen Andrij Shyyka sein Bestes. Er holte auch einige Wertungspunkte und hatte seinen Gegner aus Sicht der Nendinger bei Kontern gleich zwei Mal klar auf den Schultern. Da der Kampfrichter dies aber nicht ahndete, gewann der Favorit letztlich doch überlegen nach Punkten.
(Bericht: Fritz Reichle)
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