25.07.2011
Schon in drei Wochen, am 20. August unmittelbar am Ende der Handwerkerferien, beginnt für die 1. Mannschaft ASV Nendingen ihre 4. Saison in der 1. Bundesliga. Und gleich der Auftakt wird ein richtiger Knüller sein.
Mit der RWG Mömbris-Königshofen kommt der diesjährige deutsche Vizemeister in die Mühlauhalle. Der Verein aus dem hessisch-bayrischen Grenzgebiet hat in der letzten Saison für Furore gesorgt, als er in der Endrunde mit dem SV Wacker Burghausen zunächst den ungeschlagenen Erstplatzierten der 1. Bundesliga Ost ausschaltete und sich dann auch im Halbfinale gegen den deutschen Exmeister KSV Köllerbach durchsetzte. Erst im Finale musste man sich dem SVG Weingarten beugen.
Auf dem Weg in die Endrunde hatte es für die RWG aber einen empfindlichen Dämpfer gegeben. Fast genau ein Jahr vor dem erneuten Aufeinandertreffen, nämlich am 21. August 2010, hatten sich die klar favorisierten Gäste dem ASV Nendingen in der Mühlauhalle mit 16:17 geschlagen geben müssen. Wie schmerzlich diese Niederlage für die RWG war, verdeutlichte eine kleine Episode am Rande. Die Gäste hatten für ihre Ringer und Betreuer beim ASV-Wirtschaftsteam warmes Essen bestellt, um sich nach dem Kampf für die lange Heimfahrt zu stärken.
Nach dem unerwarteten Sieg der Nendinger war aber offensichtlich den Gegnern der Appetit vergangen und frustriert und auf wenig freundliche Art verschmähten sie das Menü, das den Nendingern allerdings umso mehr schmeckte. Es bleibt abzuwarten, ob in diesem Jahr das Essen wohl beiden Mannschaften schmecken wird.
Natürlich sind die Gäste auch in diesem Jahr klare Favoriten. Keine Frage, dass sie durch die Schlappe vom vorigen Jahr zusätzlich motiviert sind und diesmal entscheidend auftrumpfen wollen. Denn auch sie haben sich, so wie praktisch alle anderen Mannschaften auch, wesentlich verstärkt. Nachdem die RWG sich früher zu einem Gutteil auf eigene Kräfte verlassen hatte, hat sie sich nun ebenfalls weiter großzügig am internationalen Transfermarkt bedient. Angeführt vom Michail Ganev (84 kg F), dem Weltmeister von 2010, kommen nun mit Ivan Djorev (55 kg F), Vladimir Dubov (60/66 kg F), Kahaber Khubezhto (74 kg F), Tomas Sobecky (74 kg G), Vladislav Metodiev (96 kg G) und Ioannis Arzoumanidis (120 kg F/G) gleich sieben weitere zusätzliche ausländische Ringer zu ihrer Star-Truppe mit dazu.
Obwohl sich ja auch der ASV Nendingen verstärkt hat, wäre deswegen alles andere als ein klarer Sieg der Gäste eine Sensation. Wie bisher werden die deutschen Stammringer um Marc Buschle, Florian Schwarz, Eduard Kratz und Baris Diksu den Kern der Mannschaft bilden. Benjamin Raiser wird allerdings in den ersten Kämpfen wegen seines beruflichen Auslandsaufenthalts fehlen. Große Hoffnungen setzt man natürlich vor allem auf Ghenadie Tulbea oder auch Sergios Solontkis und Georgi Sredkov. Abzuwarten ist, wer von den Neuzugängen schon beim ersten Kampf eingesetzt wird. Durch einige neue Ringer ist man ja viel flexibler in der Mannschaftsaufstellung geworden. Der Trainerstab und die Sportvorstände werden deswegen von Kampf zu Kampf entscheiden, wer denn nun auf welcher Position eingesetzt werden soll.
Auf jeden Fall verspricht schon dieser erste Kampftag in der neuen Saison hochklassigen Ringsport und die treuen Zuschauer in der Mühlauhalle können sich wieder auf viele Weltklasseringer freuen.
(Bericht: Fritz Reichle)