16.10.2011
Nach der sehr unglücklichen Niederlage in Weingarten musste der ASV Nendingen am Sonntag mit 16:23 neidlos die Überlegenheit des KSV Köllerbach anerkennen. Jede Mannschaft holte sich je einen Vier-Punkte-Sieg und Nendingen musste eine Gewichtsklasse kampflos abgeben. Alle anderen sieben Kämpfe waren aber hart umstritten.
Die 800 Zuschauer in der Mühlauhalle sahen schöne und spannende Kämpfe, die teilweise erst nach vollen fünf Runden entschieden waren. Der ASV musste kurzfristig auf Florian Schwarz verzichten, dessen Rippenverletzung leider keinen Start zuließ. Da kein anderer deutscher Ringer mit Bundesligalizenz zur Verfügung stand, musste Yan Ceaban in der Klasse bis 66 kg mit Übergewicht auf die Waage. Als überzähliger 7. ausländischer Ringer hätte er aber ohnehin für seine Mannschaft nicht punkten können.
Einen vorentscheidenden Kampf lieferten sich im Schwergewicht Balazs Kiss und Heiki Nabi. Beide Ringer hatten sich schon mal den Weltmeistertitel gesichert und entsprechend hochklassig war diese Begegnung. Nach Ansicht der ASV-Anhänger ahndete der international erfahrene und ansonsten gut amtierende Kampfrichter Claudio Bibbo (Furtwangen) hier die defensive Taktik des KSV-Ringers nicht angemessen, so dass der Este trotz großen Einsatzes von „Balu“ zu einem sehr glücklichen 3:1 Sieg kam. Vielleicht hätte ein Sieg von Kiss den entscheidenden Kick für einen Nendinger Überraschungssieg geben können.
Ghenadie Tulbea (55 kg) erfüllte diesmal die Erwartungen mit einem Schultersieg in der 2. Runde gegen Andrei Dukov. Nach der Niederlage von Balazs Kiss (120 kg) brachte der bulgarische Meister Venelin Venkov (60 kg) den KSV mit einem Überlegenheitssieg gegen Steffen Baur erstmals mit 7:5 in Führung. Allerdings zog sich der Bulgare mit einigen ruppigen Aktionen gegen den jungen ASV-Nachwuchsringer den Unmut des Publikums zu.
Einen weiteren Spitzenkampf brachte die Klasse bis 96 kg, in der sich mit Nicolai Ceban und Pavlo Oliynik die beiden Bronzemedaillengewinner bei der EM in Dortmund im März gegenüberstanden. Mit der etwas besseren Kondition behielt Ceban nach 0:2 Rückstand doch noch mit 3:2 die Oberhand. Durch den anschließenden kampflosen Sieg von Yusuf Benekli (66 kg) lag dann jedoch Köllerbach zur Pause mit 13:8 in Führung.
Die kroatische Lokomotive Nenad Zugaj (84 kg) brachte anschließend den ASV wieder auf 11:14 heran. Nach misslungener 1. Runde setzte er sich doch noch mit großem Einsatz und 3:1 gegen den deutschen Meister Jan Fischer durch. Dabei konterte er in der entscheidenden 4. Runde aus der Unterlage den Versuch eines Durchdrehers seines Gegners und feierte seinen Sieg mit einem astrein gestandenen Rückwärtssalto.
Die nächsten drei Paarungen entschieden dann für den KSV. Dabei war jedoch auch der Kampf von Edgaras Venckaitis (66 kg) gegen den letztjährigen Militärweltmeister Tomasz Swierk ganz eng. Schön abwechselnd endeten die 5 Runden jeweils mit 1:0, das bessere Ende hatte aber mit 3:2 Runden dann der Gast. Und auch Marc Buschle (84 kg), der mit dem Handicap einer Knieverletzung für den ASV auf die Matte ging, konnte trotz aller Bemühungen dem Kampf keine Wende mehr geben. Konstantin Völk war einfach zu schnell und clever und siegte mit 3:0.
Auch Ahmed Dudarov (74 kg) ließ es an Mut und Einsatz nicht fehlen, doch alle drei Runden gingen knapp aber nicht unerwartet an den deutschen Ex-Meister Martin Daum. Neven Zugaj (74 kg), dem anderen kroatischen Zwilling, blieb es vorbehalten mit einem knappen aber sicheren Punktsieg gegen Timo Badusch die Bilanz für den ASV auf 16:23 zu verbessern.
Bericht: Fritz Reichle)
Einzelergebnisse und Tabelle siehe unter Saison
Bilder: Helmut Bucher