03.09.2011
Geschafft: Der ASV Nendingen gewinnt klar gegen den TUS Adelhausen
Die Bundesligaringer des ASV Nendingen können also doch wieder gewinnen. Nach den zwei Auftaktniederlagen haben sie am Samstag gegen den TUS Adelshausen mit einer tollen Leistung und einem unerwartet klaren Erfolg mit 24:12 rundum überzeugt. Trainer Volker Hirt hatte vor dem Kampf noch gemahnt: „Der Druck ist natürlich da. Heute müssen wir unbedingt gewinnen.“
Die Art und Weise wie der ASV aber dann auftrumpfte, versetzte die 850 Zuschauer in der Mühlauhalle in Begeisterung und sie sollte auch Selbstvertrauen geben für die nächsten schweren Kämpfe nach der WM-Pause.
Beide Mannschaften konnten nicht ihre allerbeste Besetzung aufbieten, denn auf beiden Seiten fehlten jeweils einige ausländische Spitzenringer, die vor der WM von ihren Nationaltrainern nicht freigegeben wurden. Dennoch sahen die Zuschauer Ringsport vom Feinsten, auch wenn sie auf die Freistilkünste von Ghenadie Tulbea verzichten mussten, weil die Gäste mangels Erfolgsaussichten hier keinen Gegner stellten.
Man sollte aus der kompakten Mannschaftsleistung der Nendinger vielleicht niemanden besonders herausheben, aber der Einsatz von Eduard Kratz verdient wohl besondere Anerkennung. Trotz erheblicher gesundheitlicher Probleme hatte er sich kurzfristig doch der Mannschaft zur Verfügung gestellt und sorgte so schon im Vorfeld für einen starken Rückhalt für das ganze Team. Der TUS Adelhausen musste sich letztlich mit drei Siegen begnügen, doch die nicht zu unterschätzenden Schwarzwälder dürften in den nächsten Kämpfen in stärkster Aufstellung noch für einige Überraschungen sorgen.
Nach dem kampflosen Sieg von Ghenadie Tulbea (55 kg) konnte Andreas Fix (120 kg) erwartungsgemäß zum 4:4 ausgleichen. Der ASV hatte hier aus taktischen Gründen den Nachwuchsringer Cederic Mühlmann aufgestellt, der sich trotz seiner erwartet klaren Niederlage gut verkaufte. Für den ersten Stimmungshöhepunkt sorgte dann Florin Gavrila (60 kg). In einem packenden Duell zweier rumänischer Spitzenringer trumpfte er beim Gleichstand von 2:2 Runden im 5. Durchgang mit einem Schultersieg auf. Einen riskanten Griffansatz seines Gegners konterte er blitzschnell und legte seinen verdutzten Landsmann mit Untergriff aufs Kreuz.
Eine sehr konzentrierte und kluge Kampfführung zeigte Georgi Sredkov (96 kg) gegen den starken Viktor Reh, dem er keine Angriffschance bot und seinerseits die nötigen Punkte zum knappen aber sicheren Sieg holte. Ohne Siegchance war dagegen Florian Schwarz (66 kg) gegen den schon international erfolgreichen Georgier Giorgi Baliashvili. Der Gast ließ „Lotte“ nicht zur Entfaltung kommen und sicherte sich kurz vor Schluss bei einem zu riskanten Angriff des Nendingers noch die Punkte zum Überlegenheitssieg.
Dennoch führte der ASV zur Pause mit 11:8 und dieser Vorsprung sollte dann konstant ausgebaut werden. Sergios Solontkis (84 kg) beherrschte Manuel Fix in allen drei Runden knapp aber sicher. Und Edgaras Venckaitis (66 kg) begeisterte bei seinem dritten Sieg in Folge mit einer engagierten und eindrucksvollen Vorstellung gegen Florian Hassler, den er sowohl im Stand- als auch im Bodenkampf überraschend klar beherrschte.
Schwerer hatte es da Marc Buschle (84 kg) beim Stand von 17:8 gegen den mehrfachen litauischen Meister Edgaras Voitechovskis. In der 1. Runde konnte das Nendinger Ass noch mit einer blitzsauberen Dreierwertung auftrumpfen, dann aber setzte sich der schnelle und starke Gast in einem schönen Kampf jeweils mit einer Einserwertung in den nächsten 3 Runden durch.
Gegen den hoch eingeschätzten Polen Adrian Mazan machte Ivan Deliverski (74 kg) einen glänzenden Kampf. Konditionell topfit ließ er seinem Gegner keine Chance und zementierte mit einem klaren Punktsieg vorzeitig den Sieg des ASV. Erstaunlich, wie der gesundheitlich angeschlagene Eduard Kratz (74 kg) trotzdem mit all seiner Routine gegen Alexander Heit mit einem Sieg mit 8:1 Wertungspunkten den Endstand von 24:12 für Nendingen herstellte. Dem hohen Niveau der Kämpfe passte sich Kampfrichter Walther Wölfelschneider (Aschaffenburg), der als dritter Mann eine souveräne und überzeugende Vorstellung bot, nahtlos an
(Bericht: Fritz Reichle)
Bilder: Hlmut Bucher