11.09.2010
Nur knapp hat der ASV Nendingen II am Samstag den ersten Sieg in der Oberliga verpasst. Mit 20:20 erkämpften sich die Nendinger aber gegen den VFL Obereisesheim, den Tabellendritten des letzten Jahres, in einem wahren Ringerkrimi in der Mühlauhalle ein hochverdientes Unentschieden.
Die 200 Zuschauer brauchten ihr Kommen wirklich nicht zu bereuen. In den 10 aktionsreichen Kämpfen gab es die rekordverdächtige Anzahl von insgesamt 139 Wertungspunkten. Aber auch der abwechslungsreiche Verlauf der Begegnung hatte es in sich. Nach einer Führung von 8:0 Punkten gab es für die Nendinger einen Pausenrückstand von 8:12. Nach 8 Kämpfen war ein Gleichstand von 16:16 erreicht, bei dem noch alles möglich war. Beim Zwischenergebnis von 17:19 war es dann Marco Schmid, der nach verlorener 1. Runde in einem wahren Kraftakt noch den umjubelten Sieg zum Endstand von 20:20 Punkten erreichte.
Die Gäste aus dem Unterland erwiesen sich als die erwartet starken Gegner, die der gut eingestellten Nendinger Mannschaft alles abverlangten. Bei ihr wurden die beruflich verhinderten Bernhard Scheuring und Daniel Reichle durch Markus Eichin und Viorel Ghita gut vertreten. Ungewöhnlich in diesem Kampf war die hohe Zahl von 8 Vier-Punkte-Siegen. Nur die beiden Schlusskämpfe in den Klassen bis 74 Kilogramm waren mit jeweils 3:1 hart umkämpft.
Nicht wiederzuerkennen gegenüber dem letzten Wochenende war Rando Sauter (55 kg). Gegen Alpay Yalcin war er von Beginn an hellwach, traktierte seinen Gegner mit Beinschrauben und deklassierte ihn mit 20:0 Punkten. Sehr leicht hatte es Markus Eichin (120 kg) gegen den als Ersatz eingesprungenen Klaus Rücker, den er mühelos schulterte. Dann aber folgten drei Niederlagen, als zunächst Steffen Baur (60 kg) gegen Paul Heiderich nicht zurechtkam. Obwohl er die 2. Runde nur durch eine Unachtsamkeit in der letzten Sekunde verlor, musste er in Runde drei doch noch auf die Schultern. Ohne Chance war Cederic Mühlmann (96 kg) gegen den routinierten Halil Meral, gegen den er aber immerhin eine Schulterniederlage vermeiden konnte. Auch der 16-jährige Pascal Lang (66 kg) zeigte einige gute Ansätze, musste gegen den erfahrenen Ilie-Viorel Winheim aber in der 3. Runde doch noch auf die Schultern.
Nach der Pause glich Adrian Ozsda (84 kg) zum 12:12 aus. Mit unwiderstehlichen Durchdrehern holte er gegen Alexander Schröder die Punkte zum Überlegenheitssieg. Ihm gleich tat es sein Landsmann Florin Gavrila (66 kg). Gegen den um einen Kopf größeren Marek Wisniewski zeigte er bei seinem überlegenen Erfolg sogar mit einer spektakulären Fünf-Punkte-Wertung seine absolute Klasse. Auch der junge Viorel Ghita (84 kg) ist eigentlich ein starker Zugang für Nendingen. Gegen den um 8 Kilogramm schwereren Polen Jacek Bilenski hatte er jedoch diesmal einen zu starken Gegner, der ihm auch durch seine ruppige Ringweise die derzeitigen Grenzen aufzeigte.
Nun mussten die beiden letzten Kämpfe in der Klasse bis 74 Kilogramm die Entscheidung bringen. Und hier kam auch der ansonsten souveräne WRV-Ligenreferent Manuel Senn als Kampfrichter ins Schwitzen. Dominik Hipp kam gegen den routinierten Neculai Rascanu trotz starker Leistung zu selten mit seinen Beinangriffen durch und musste sich nach gewonnener 1. Runde noch ganz knapp nach Punkten geschlagen geben. So war es Marco Schmid vorbehalten, in einem tollen Kampf gegen Alexander Bär mit wuchtigen Aushebern für seine Mannschaft das Unentschieden zu retten.
(Bericht: Fritz Reichle)