10.12.2011
Die Luft ist raus: Klare Niederlage für ASV in Köllerbach
Am letzten Kampftag der 1.Bundesliga haben sich der ASV Nendingen und auch der KSV Köllerbach nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Da alle wichtigen Entscheidungen über Endrunde und Absteiger schon vorher geklärt waren, fehlte diesem Kampf in Köllerbach völlig die Spannung. Beide Mannschaften traten nicht in Bestbesetzung an. Nendingen bot nur acht Ringern auf. Da auch Köllerbach eine Klasse unbesetzt ließ, wird diese Begegnung mit 36:0 für die Gastgeber gewertet. Obwohl auch der KSV drei junge Ringer einsetzte, gewann er die Kämpfe auf der Matte mit 33:9.
Auf Grund der Verletzungsprobleme hat der ASV Nendingen in dieser Saison schon 27 Ringer in der Bundesliga einsetzen müssen. Da für diesen bedeutungslosen Kampf nicht eigens die Zugaj-Zwilling oder Balazs Kiss eingeflogen werden sollten und der ASV seine 2. Mannschaft in der noch heiß umkämpften Regionalliga nicht noch weiter schwächen wollte, trat man eben mit einer unvollständigen Mannschaft die Reise ins Saarland an.
Das war zwar nicht unbedingt im Interesse der 280 Zuschauer in der Kyllberghalle, doch die wurden wenigstens zum Teil entschädigt. In zwei Klassen gab es jeweils Klassekämpfe über die volle Distanz von fünf Runden. Und in allen Begegnungen auf der Matte gab es durchschnittlich je 14 Wertungspunkte, so dass doch spektakulärer Sport für die Zuschauer zu sehen war.
Da der TuS Adelhausen und der TKSV Bonn-Duisdorf erwartungsgemäß ihre Kämpfe bei den Tabellenletzten TSV Musberg und KSK Neuss gewinnen konnten, bedeutet die Niederlage in Köllerbach für den ASV allerdings das Abrutschen auf den sicher nicht ganz befriedigenden Platz sieben mit 12:20 Punkten hinter Adelhausen und Bonn mit jeweils 13:19 Punkten.
In den beiden leichten Gewichtsklassen kamen Liridon Avdyli (55 Kilogramm) für Köllerbach und Ghenadie Tulbea (60 Kilogramm) für Nendingen ohne Gegner zum Sieg. Im ersten Kampf auf der Matte zeigte Nicolai Ceban eine absolute Klasseleistung gegen Dimitar Kumchev. Der Köllerbacher EM-Dritte brachte 23 Kilogramm mehr auf die Waage und hatte bisher nur eine Niederlage in dieser Saison einstecken müssen. Trotz des immensen Gewichtsnachteils setzte sich der Nendinger aber nach 1:2 Rundenrückstand doch noch in der 5. Runde mit 4:0 klar durch und zeigte damit einmal mehr, welch guten Fang der ASV mit ihm gemacht hat.
Ohne Chance war erwartungsgemäß Robin Baur (66 Kilogramm) gegen Manuel Pütz. Doch ist ihm hoch anzurechnen, dass er sich trotzdem für die Mannschaft zur Verfügung gestellt hat. Angesichts dieses letzten Kampftages hatte Marc Buschle auf das Gewichtmachen verzichtet und trat in der Klasse bis 96 Kilogramm im klassischen Stil an. Dass er da gegen den Spezialisten Björn Holk nicht nur körperlich klar unterlegen war, liegt auf der Hand. Dennoch zeigte er in der 2. und 3. Runde eine starke Leistung.
Einen guten Kampf bot Yan Ceaban (66 Kilogramm) gegen den früheren deutschen Meister Martin Daum. Allerdings konnte er auch in dieser Begegnung bei seiner Niederlage nach fünf ganz engen Runden nicht ganz die an ihn geknüpften hohen Erwartungen erfüllen. Nachdem der jugendliche Ersatzmann Gennadij Cudinovic (84 Kilogramm) für Köllerbach kampflos zum Sieg gekommen war, kämpfte Marco Schmid (74 Kilogramm) bravourös gegen den starken Timo Badusch. Eine Überlegenheitsniederlage konnte er aber natürlich nicht vermeiden.
Dasselbe gilt für Volker Hirt und Daniel Reichle, die es jeweils mit den aktuellen deutschen Meistern zu tun hatten. Trainer Volker Hirt trat notgedrungen selber in der Klasse bis 84 Kilogramm an und unterlag gegen Jan Fischer. Auch Daniel Reichle (74 Kilogramm) gab gegen Andrij Shyyka sein Bestes. Er holte auch einige Wertungspunkte und hatte seinen Gegner aus Sicht der Nendinger bei Kontern gleich zwei Mal klar auf den Schultern. Da der Kampfrichter dies aber nicht ahndete, gewann der Favorit letztlich doch überlegen nach Punkten.
(Bericht: Fritz Reichle)