24.09.2011
Der Sieg von ASV Nendingen II ist leider ein Muster ohne Wert
ASV Nendingen II hat am Samstag beim KSV Unterelchingen mit 21:15 auf der Matte den ersten Sieg in der Regionalliga feiern können. Allerdings wurde dieser Sieg den Nendingern tags darauf am grünen Tisch wieder aberkannt. Fraglich waren der Einsatz von Florin Gavrila und Ivan Deliverski. Beide haben schon je zwei Mal in der Bundesligamannschaft gerungen. Nach Ansicht von Trainer Volker Hirt waren sie trotzdem am Samstag in der Regionalliga startberechtigt, da die 1. Bundesliga einen normalen Kampftag hatte, bei dem der ASV allerdings kampffrei war. Der Staffelleiter hat am Sonntag nun das Ergebnis von 15:21 in 21:14 für Unterelchingen abgeändert. Er argumentiert, dass durch das Freilos von Nendingen an diesem Tag grundsätzlich kein Ringer aus der 1. Mannschaft des ASV in der Regionalliga startberechtigt war
Das ist ärgerlich für den ASV, der aber trotz dieser Entscheidung auf das Auftreten seiner Zweiten in Unterelchingen stolz sein kann. Denn hier bestätigte sich einmal mehr, dass in dieser Liga fast alle Mannschaften annähernd gleichwertig sind und wohl jeder jeden schlagen kann.
Entsprechend hitzig ging es in der KSV-Halle in Unterelchingen zu, zumal sich beide Mannschaften vom unsicheren Kampfrichter Krysztof Lusiak (Kirchheim) des Öfteren benachteiligt fühlten. Die Gastgeber konnten bis zum 12:12 immer wieder die Nendinger Führung ausgleichen. Dann aber baute der ASV in den letzten drei Kämpfen durch Siege von Dominik Hipp, Ivan Deliverski und Marco Schmid seinen Vorsprung bis zum 21:15 aus
Die Nendinger konnten sieben der zehn Paarungen, wenn auch zum Teil sehr knapp, für sich entscheiden. Die 250 Zuschauer erlebten spektakuläre Kämpfe, von denen fünf durch klare Überlegenheit eines Ringers gekennzeichnet waren, die anderen fünf aber nach erbittertem Kräftemessen jeweils mit einem knappen Punktsieg der Gäste aus Nendingen endeten.
Rando Sauter (55 kg) hatte den ASV wieder mit einem überlegen Sieg gegen Dominic Schumny in Führung gebracht. Der vom KSV Aalen gekommene frühere Juniorenweltmeister Coskun Efe sorgte prompt für den Ausgleich, als er mit seinen 20 kg Mehrgewicht Bernhard Scheuring keinerlei Entfaltungschancen ließ. Schon in der 1. Runde kam dann Florin Gavrila (60 kg) gegen den jungen Kevin Schweter zum ungefährdeten Schultersieg. Doch auch Rudolf Münkle (96 kg) nutzte für die Gastgeber einen Gewichtsvorteil von 13 kg gekonnt zum Überlegenheitssieg gegen den eine Klasse aufgerückten Daniel Reichle und glich damit wieder auf 8:8 aus.
Baris Diksu (66 kg) brachte vor der Pause den ASV wieder in Führung. Diesmal trat er aus taktischen Gründen im eher ungeliebten Freistil an, setzte sich aber doch in allen drei Runden knapp gegen Joshua Übelhör durch. Einen völlig ausgeglichenen Kampf sah man dann in der Klasse bis 84 kg zwischen Lars-Rene Schmidt und Adrian Ozsda. Der Nendinger Co-Trainer konnte zwar keine technische Wertung erzielen, kam aber doch als der aktivere Ringer nach 4 Runden zum Sieg mit 1:0 Mannschaftspunkten.
Ohne Chance war dann der junge Steffen Baur (66 kg) gegen Aleksan Mikaelyan, den armenischen Neuzugang des KSV, der mit einem sehr ruppigen Kampfstil nach klarer Führung zum Schultersieg kam. Beim Stand von 12:12 sorgte Dominik Hipp (74 kg) für eine Vorentscheidung. In allen drei Runden setzte er sich gegen David Merkle knapp aber souverän mit jeweils 2:0 durch und brachte damit die Gastgeber vor den letzten beiden Begegnungen in Zugzwang.
Dem zweiten armenischen Ass des KSV, Süren Markosyan, setzte Nendingen in der Klasse bis 84 kg Ivan Deliverski entgegen. Nach einem abwechslungsreichen und hochklassigen Kampf konnte sich der Nendinger nach 5 Runden als knapper Sieger mit 3:2 Punkten feiern lassen. Den Gastgebern konnte nun nur noch ein Vier-Punkte-Sieg im letzten Kampf zum Unentschieden verhelfen. Marco Schmid (74 kg) kam zwar in der 1. Runde beim 0:4 in Bedrängnis, dann aber erwies er sich in den nächsten drei Durchgängen im Bodenkampf als stärker und cleverer und sicherte mit seinem Punktsieg den Nendinger Mannschaftserfolg auf der Matte, der sich dann jedoch als trügerisch erweisen sollte.
(Bericht: Fritz Reichle)
Einzelergebnisse und Tabelle siehe unter Saison