08.01.2012
Schon vor Beginn der Jahresfeier des ASV Nendingen am Samstag wartete der Verein mit einem gewaltigen Paukenschlag auf. In den Nendinger Donauhallen unterzeichnete Frank Stäbler (bisher TSV Musberg) einen Vertrag, mit dem sich der ASV die Verpflichtung des im letzten Jahr erfolgreichsten deutschen Ringers sicherte.
Frank Stäbler holte sich bekanntlich im September bei der WM in Istanbul mit dem überraschenden 5. Platz das bisher einzige Olympia-Ticket eines deutschen Ringers. Nachdem sich sein bisheriger Verein TSV Musberg freiwillig aus der 1. Bundesliga zurückziehen wollte, hatte sich vor allem auch der deutsche Meister SVG Weingarten heftig um die Verpflichtung von Frank Stäbler bemüht. Dennoch hat sich der sympathische Musberger nun für den ASV Nendingen entschieden.
„90 Prozent meiner Bekannten fragen, warum ich denn dem deutschen Meister absagen konnte“. Frank Stäbler nannte am Samstag drei entscheidende Gründe: „Volker – Verein – Umfeld“. ASV-Trainer Volker Hirt war vor einigen Jahren als Aktiver und als Trainer beim TSV Musberg tätig. Seit dieser Zeit verbindet die beiden ein enges Vertrauensverhältnis, das nun in Nendingen vertieft werden soll. Außerdem sieht Frank Stäbler hier beim ASV eine Struktur des Vereins und ein Umfeld, das ihm mehr zusagt als beispielsweise in Weingarten. Das tolle Publikum und die besondere Atmosphäre bei den Kämpfen in der Mühlauhalle haben ihn ebenfalls überzeugt.
Und dann ist da für ihn die besondere Herausforderung. „Mit dem ASV Nendingen will ich erstmals in der Endrunde um die deutsche Meisterschaft mitmischen“. Zusätzlich zu den bisherigen Stammringern erwartet da der ASV noch den einen oder anderen weiteren hochkarätigen Zugang, mit dem die 1. Mannschaft dann in der Bundesliga noch stärker auftrumpfen kann.
Frank Stäbler wird beim ASV gemeinsam mit Benjamin Raiser die Klasse bis 66 Kilogramm im griechisch-römischen Stil abdecken. Die Erfahrungen der letzten Saison haben gezeigt, wie wichtig es ist, eine Position doppelt abzudecken. Und da Frank Stäbler wegen seiner internationalen Verpflichtungen auch nicht für alle Kämpfe zur Verfügung stehen wird, spielt Benjamin Raiser beim ASV weiter eine ganz wichtige Rolle. Beide Ringer kennen sich übrigens schon seit ihrer Jugendzeit sehr gut, als sie seit der C-Jugend am Stützpunkt Stuttgart über viele Jahre hinweg ständige Konkurrenten aber auch befreundete Trainingspartner waren.
Der 1989 geborene Frank Stäbler begann seine Ringerkarriere schon im Alter von 3 Jahren als er mit seinem Bruder Stefan eher aus Zufall im Ringerkindergarten des TSV Musberg landete. Seither ist er seinem Heimatverein treu geblieben und hat sich erst nach dem Ende der Bundesligaambitionen des TSV nach einem neuen Verein umgesehen. Sein Engagement beim ASV sieht er als „längerfristig“ an, denn er erhofft sich hier in Nendingen eine Signalwirkung und eine Aufbruchstimmung, die dem Ringsport in Deutschland weitere positive Impulse geben kann.
Damit decken sich seine Vorstellungen mit den Planungen und der Strategie der ASV-Führung und von Trainer Volker Hirt: „Wir planen hier auf zwei Ebenen. Zum einen wollen wir mit der Bundesligamannschaft absoluten Spitzensport in der Region anbieten. Und zum anderen wollen wir mit unserer 2. und 3. Mannschaft den heimischen Ringern aus der Region eine Plattform für ihre weitere sportliche Entwicklung geben.“ Dazu passt hervorragend der Zugang der Stumpe-Brüder aus dem benachbarten Mühlheim. Nachdem ihnen mit dem SV Dürbheim der Aufstieg in die Oberliga versagt blieb, werden David, Maximilian und Louis Stumpe nun in der Regionalliga gegen starke Gegner neue Herausforderungen geboten, die sie und auch den heimischen Ringsport weiter voran bringen können.
„Wir wollen 2012 mit der 2. Mannschaft Meister in der Regionalliga werden und auch mit der 3. Mannschaft den Aufstieg in die Bezirksliga schaffen“, setzt Volker Hirt für die kommende Saison ehrgeizige Ziele.
Noch höher sind allerdings natürlich die Ziele von Frank Stäbler gesetzt, der am Samstagabend noch gleich nach der Jahresfeier des ASV zur Fahrt ins Trainingslager nach Götzis in Vorarlberg aufbrach. „Ich will bei den Olympischen Spielen in London in Topform antreten und dort mein Bestes geben. Und dann will ich eben mit dem ASV erstmals in die Endrunde um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft einziehen.“
Und die Verantwortlichen des ASV konnten sich am Samstag auch ein Bild davon verschaffen, wie überlegt und besonnen Frank Stäbler seine weitere Entwicklung geplant hat. So hat er sich gemeinsam mit seinem persönlichen Berater Andreas Stäbler gegen die Option der Sportfördergruppe bei der Bundeswehr entschieden. „Ich will auch meine berufliche Zukunft sichern und mich weiteren Herausforderungen stellen.“ Nach seiner Lehre als Bürokaufmann hat er nun eine zweite Ausbildung zum Fachinformatiker begonnen. Bei der Firma Nova-Tec hat er jetzt gute Voraussetzungen, wie er Leistungstraining und Beruf miteinander verbinden kann.
Und nicht nur in Nendingen drückt man dem sympathischen und zielstrebigen Spitzensportler für die Verwirklichung all seiner Träume die Daumen.
(Bericht: Fritz Reichle)
In den Nendinger Donauhallen unterzeichnete Frank Stäbler (bisher TSV Musberg) einen Vertrag, mit dem sich der ASV die Verpflichtung des im letzten Jahr erfolgreichsten deutschen Ringers sicherte.
Die Stumpe-Brüder Louis, David und Maximilian Stumpe werden in der kommenden Saison für den ASV Nendingen auf die Matte gehen.
Bild von links: Vater Karl, Louis und David Stumpe, auf dem Bild fehlt Maximilian
Bilder: Christian Gerards, Gränzbote Tuttlingen