15.08.2011
Mannschaftszusammensetzung – Gewichtsklassen - Stilarten
Eine Ringermannschaft besteht aus 10 Ringern, die in 7 verschiedenen Gewichtsklassen antreten. Drei Gewichtsklassen (66 -74 -84 kg) sind jeweils doppelt besetzt, die Klassen bis 55, 60, 96 und 120 kg jeweils einfach. Gerungen wird abwechselnd im freien und im griechisch-römischen Stil, wobei in der Rückrunde die Reihenfolge der Stilarten geändert wird.
Die Kämpfe werden dann allerdings nicht in der aufsteigenden Folge der Gewichtsklassen ausgetragen. Begonnen wird mit der leichtesten Klasse. Dann folgt die schwerste Klasse, bis die Kämpfe dann in dieser abwechselnden Folge mit der mittleren Klasse bis 74 kg beendet werden.
Die Kampffolge in der Vorrunde lautet also: 55 kg F, 120 kg G, 60 kg G, 96 kg F, 66 kg F. Nach einer Pause folgt dann 84 kg G, 66 kg G, 84 kg F, 74 kg F, 74 kg G.
Für die einzelnen traditionellen Gewichtsklassen gilt allerdings in den Mannschaftskämpfen der Bundesliga seit 2010 eine Gewichtstoleranz von jeweils zwei Kilogramm. Das heißt beispielsweise, dass Ghenadie Tulbea in der Klasse bis 55 kg eben maximal 57,0 kg auf die Waage bringen darf.
Ausländerquote
In den einzelnen Ligen gelten unterschiedliche Bestimmungen über die Anzahl der zugelassenen ausländischen Ringer. In der Bundesliga darf beispielsweise nur ein Ausländer aus einem Nicht-EU-Land eingesetzt werden. Insgesamt müssen fünf der zehn eingesetzten Ringer die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Diese Anzahl reduziert sich auf vier, wenn einer dieser Ringer U 23 ist, also nicht mehr als 23 Jahre zählt.
Stilarten
Im griechisch-römischen Stil, der klassischen Stilart, sind nur Griffe von der Hüfte an aufwärts erlaubt. Dazu zählt beispielsweise der Hüftschwung, der Armzug oder ein Schleudergriff aus dem Stand oder ein Durchdreher oder Ausheber aus der Bodenlage. Im Freistil sind auch Griffe an den Beinen erlaubt, also beispielsweise ein Doppelbeinangriff oder eine Beinschraube.
Kampfzeit
Eine Runde läuft über 2 Minuten. Zwischen den Runden sind 30 Sekunden Pause. Für den Sieg benötigt man 3 Gewinnrunden oder einen Schultersieg. Ein Kampf erstreckt sich also über maximal 5 x 2 Minuten.
Eine Runde ist schon vor Ablauf der 2 Minuten beendet, wenn ein Ringer 6 Punkte Vorsprung in dieser Runde hat.
Im griechisch-römischen Stil findet in jeder Runde nach 1:30 Minuten Standkampf ein angeordneter Bodenkampf statt. Ist ein Ringer nach Punkten im Vorteil, darf er dabei die Oberlage einnehmen. Steht der Kampf aber nach 1:30 Minuten 0:0, gibt der Kampfrichter dem seiner Ansicht nach aktiveren Ringer die Wahl, ob er die Position des Ober- oder Untermannes im Bodenkampf einnehmen will. Erzielt nun der Obermann innerhalb von 30 Sekunden keine Wertung, so verliert er 1 Punkt an seinen Gegner.
Bewertungen der Aktionen und Griffe
1 Punkt erhält ein Ringer beispielsweise,
- der seinen Gegner zu Boden bringt (3 Berührungspunkte, z.B. 2 Hände + 1 Knie) bringt und von hinten beherrscht
- der im Stand- oder Bodenlage einen gültigen Griff ausführt, aber seinen Gegner nicht in eine gefährliche Lage bringen kann
- dessen Gegner vor einem Angriff von der Matte oder in die Passivitätszone flüchtet
2 Punkte erhält ein Ringer beispielsweise,
- wenn er am Boden einen korrekten Griff ausführt und damit seinen Gegner in eine gefährliche Lage bringt
3 Punkte erhält ein Ringer beispielsweise,
- der einen Griff im Stand ausführt und damit seinen Gegner durch einen direkten Wurf in eine gefährliche Lage bringt
5 Punkte
- für sämtliche Griffe im Stand mit großer Amplitude, die den angegriffenen Ringer direkt in eine gefährliche Lage bringen
- für Griffe am Boden, bei denen der Ringer seinen Gegner vollständig vom Boden abhebt und eine große Amplitude ausführt und der Gegner sofort in eine gefährliche Lage gebracht wird.
Mannschaftspunkte
4:0 Bei Schultersieg oder technischer Überlegenheit bei 3 Kampfrunden oder 11 Punkte Differenz ohne Kampfrundenverlust.
3:0 Punktsieg durch 3 gewonnene Kampfrunden mit technischer Wertung in mindestens einer Runde
3:1 Punktsieg durch drei gewonnene Runden mit technischer Wertung in einer Runde und mit Verlust einer Runde
3:2 Entsprechender Punktsieg bei Verlust von 2 Runden
1:0 Sieg von 3 Runden ohne technische Wertung (nur Vergabe des Zusatzpunktes in der angeordneten Bodenlage oder Freistil-Clinch)
(Fritz Reichle)