15.10.2011
Die Sensation war absolut möglich. Noch vor dem Kampf war Trainer Volker Hirt euphorisch und siegessicher. Und tatsächlich hätte der ASV Nendingen am Samstag beim deutschen Meister SVG Weingarten durchaus gewinnen können. Beide Mannschaften holten je fünf Siege. Aber ausgerechnet Ghenadie Tulbea, der Sieggarant der letzten drei Jahre, verlor nach zwei Gewinnrunden kurz vor Schluss der 3. Runde völlig überraschend entscheidend. So kam der Gastgeber mit einem Sieg mit 20:15 noch einmal mit einem blauen Auge davon. Beim eingeplanten Sieg von Tulbea hätte Nendingen mit einem Auswärtssieg für einen absoluten Coup gesorgt.
Dabei hatten die Badener wirklich alles aufgeboten, was möglich war. Sie wussten, dass für sie in diesem Kampf sehr viel auf dem Spiel stand. Marcel Ewald, der sonst nur bei einer EM oder WM in die Klasse bis 55 kg abkocht, hatte es diesmal für seine Mannschaft gemacht und er holte dann auch den letztlich entscheidenden Sieg für die SVG. Alle anderen neun Kämpfe verliefen aus Sicht des ASV überwiegend erwartungsgemäß.
Florian Schwarz und Steffen Baur waren gegen Weltklasseleute natürlich ohne Chance, wobei allerdings „Lotte“ leider wegen einer schmerzhaften Rippenverletzung sogar zur Aufgabe gezwungen war. Ahmed Dudarov und Marc Buschle hielten sich bei ihren knappen Niederlagen gegen starke Gegner hervorragend. Auch die Siege der Zugaj-Zwillinge und von Nicolai Ceban waren im Nendinger Lager insgeheim schon eingerechnet worden. Besonders bemerkenswert aber war der Sieg von Balazs Kiss. Mit einem Gewichtsnachteil von fast 20 kg kämpfte er gegen seinen fast einen Kopf größeren ungarischen Landsmann Mihaly Deak-Bardos, den WM-Fünften der Klasse bis 120 kg, den Weingarten erstmals in dieser Saison eingeflogen hatte. Und „Balu“ setzte sich tatsächlich gegen dieses Trumpfass der SVG ohne Rundenverlust als Sieger durch.
Überhaupt muss man unter dem Strich fast allen Ringern des ASV ein Riesenkompliment machen, dass sie trotz des unerwarteten Nackenschlages im allerersten Kampf mit toller Moral dem deutschen Meister Paroli geboten haben. Umso größer war dann natürlich die Enttäuschung, dass es trotzdem nicht zur Sensation gereicht hatte.
(Bericht: Fritz Reichle)
Einzelergebnisse und Tabelle siehe unter Saison