01.10.2011
In der Mühlauhalle wird es an diesem Samstag einen Großkampftag im Ringen geben. Erstmals gehen alle vier Mannschaften des ASV Nendingen am gleichen Tag in Heimkämpfen nacheinander auf die Matte. Die Krönung dieser Veranstaltung ist aber sicher der Spitzenkampf in der 1. Bundesliga, wenn der Tabellenführer ASV Mainz gegen den ASV Nendingen antritt.
Wurden die Mainzer vor der Saison mit ihren vielen Neuzugängen noch als Geheimfavorit gehandelt, so ist nun spätestens nach ihrem Sieg gegen den deutschen Meister SVG Weingarten jedem endgültig klar, wie stark die Rheinländer in diesem Jahr wirklich sind. Mit den vom KSV Aalen gekommenen David Bichinashvili und Oleg Motsalin, dem Türken Suhrab Atalay oder dem griechischen WM-Siebten Xenofon Koutsioumpas haben sie deutlich an Kampfkraft gewonnen. Und so konnten sie es sich gegen Weingarten sogar erlauben auf Ringer wie den deutschen Meister Tahir Zaidov, den türkischen Meister Kenan Gör oder Weltklasseleute wie George Bucur oder Kiril Terziev zu verzichten.
Allein diese Aufzählung belegt die Klasse des Kaders der Gäste. Kann da der ASV Nendingen eigentlich dagegenhalten? Immerhin war auch der ASV mit sieben Ringern bei der WM in Istanbul vertreten. Und mit Sicherheit wird man auch einige davon am Samstag auf der Matte in Aktion sehen. Für Trainer Volker Hirt gerät da die Mannschaftsaufstellung zu einem wahren Pokerspiel. Wird kein deutscher U-23-Ringer nominiert, können nur fünf ausländische Ringer aufgeboten werden. Man wird also erst am Samstag sehen, wer tatsächlich zum Einsatz kommt.
Aber schon der erste Kampf könnte mit Ghenadie Tulbea gegen Suhrab Atalay ein Weltklasseduell sein. Und in der einen oder anderen Gewichtsklasse wird es wohl sogar zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei WM-Teilnehmern von Istanbul kommen. Und da haben die Nendinger ja unter Umständen mit den Zugaj-Zwillingen oder Nicolai Ceban ebenfalls absolute Asse in ihrem Kader. Sehr wahrscheinlich wird es auch zu einer Neuauflage des ewigen deutschen Duells zwischen Marc Buschle und David Bichinashvili in der Klasse bis 84 kg kommen.
Weltklasseringsport und Hochspannung sind also ab 19.30 Uhr vorprogrammiert. Und auch wenn die Gäste natürlich Favoriten sind, so hat der ASV doch schon ab und zu aus der Rolle des Außenseiters über sich hinauswachsen können.
Nach dem Vorkampf der Jugend gegen den KSV Trossingen und dem Kampf von ASV Nendingen III gegen den AV Schwenningen I in der Bezirksklasse kommt es ab 17.30 Uhr schon zu einer interessanten Begegnung in der Regionalliga. Die Nendinger Zweite will hier unbedingt gegen die RG Waldkirch-Kollnau zu ihren ersten richtigen Sieg in dieser Saison kommen. Und mit einer starken Aufstellung sollte das mit der Unterstützung der ASV-Fans auch tatsächlich gelingen können.
Am Montag, 3. Oktober, steht in der Bundesliga für den ASV schon wieder ein wichtiger Kampf an. Beim TSV Musberg möchte man unbedingt zum Sieg kommen. Ungern erinnert man sich an die letzte Saison, als man sich in der Hauberghalle in Musberg mit einem Unentschieden begnügen musste. Die Gastgeber haben aber am letzten Wochenende mit einem überraschenden Sieg gegen den KSK Neuss gezeigt, dass sie auf gar keinen Fall zu unterschätzen sind. Diesmal jedoch wollen die Nendinger sich nicht wieder überraschen lassen und sollten mit einer starken Aufstellung dieses württembergische Derby für sich entscheiden können. Kampfbeginn in Musberg ist am Feiertag um 15 Uhr. Fans können sich noch zur Mitfahrt im Ringerbus anmelden.
(Bericht: Fritz Reichle)