29.10.2011
„Womit haben wir denn das verdient?“, stöhnte manch ein ASV-Funktionär in den letzten Wochen. Da hatte man für diese Saison eine ganze Reihe von ausländischen Spitzenringern verpflichtet. Und nun sind ausgerechnet die fest eingeplanten deutschen Bundesligastammringer vom Verletzungspech verfolgt. Eduard Kratz und Benjamin Raiser mussten sich einer OP unterziehen. Florian Schwarz leidet seit 2 Wochen unter einer schmerzhaften Rippenverletzung. So war schon am letzten Samstag von den deutschen Leistungsträgern nur Marc Buschle einsatzfähig, aber auch er hat mit Knieproblemen zu kämpfen. Zu allem Überfluss ist auch der Einsatz von Neuzugang Sven Thiele gefährdet. Der vielfache deutsche Meister war für die Rückrunde im Schwergewicht eingeplant, aber auch sein Einsatz ist noch fraglich.
So fällt es Trainer Volker Hirt immer schwerer, die Quote von mindestens vier deutschen Ringern adäquat zu erfüllen. Dennoch hofft man beim ASV auf eine Trotzreaktion. Jetzt erhalten auch andere ASV-Ringer eine Bewährungschance in der Bundesliga. Und sie haben den Rückhalt von Weltklasseleuten in ihren Reihen, die bisher fast immer die hohen Erwartungen erfüllt haben. Nicolai Ceban hat alle acht Kämpfe gewonnen und auch Nenad Zugaj blieb bei allen vier Einätzen siegreich. Jeweils nur einen Kampf haben Neven Zugaj, Edgaras Venckaitis und Balazs Kiss verloren. Und natürlich ist auch die Siegesbilanz von 7:2 von Ghenadie Tulbea immer noch mehr als beachtlich.
Am Samstag gibt es nun einen weiteren Härtetest, wenn mit dem TKSV Bonn-Duisdorf die Mannschaft kommt, die in der Tabelle als Fünfter mit 9:9 Punkten einen Platz vor dem ASV rangiert. Im Vorkampf mussten die Nendinger beim 14:23 Lehrgeld zahlen. Nun möchte man sich revanchieren und hofft auf einen knappen Sieg.
Diese Rechnung könnte aufgehen, wenn alle ASV-Asse stechen. Das wollen die Rheinländer verhindern, die beispielsweise in den Klassen bis 66 Kilogramm mit Stefan Daniliuc und Sylvester Charzewski, oder mit dem bisher besten Freistilringer in der Klasse bis 84 Kilogramm, Piotr Ianulov, oder dem deutschen Meister William Harth herausragende Ringer aufbieten können.
Mit der Unterstützung des Publikums in der Mühlauhalle könnte vielleicht wieder eine Atmosphäre geschaffen werden wie vor drei Wochen, als der KSK Neuss mit 21:15 bezwungen wurde. Und zwei Tage später, am Montag, geht es für den ASV ja dann schon zum nächsten Kampf. Im Hexenkessel der Dinkelberghalle des TuS Adelhausen steht gegen die in der Rückrunde enorm starken Schwarzwälder ab 20.30 Uhr schon eine weitere Bewährungsprobe an.
Für die Fans, die am Samstag wieder mit dem kostenlosen Ringerzug zur Mühlauhalle kommen, gibt es an diesem Kampftag übrigens ein besonderes Geschenk. TuTicket belohnt seine treuen Mitfahrer im Zug mit einem Getränkegutschein. Dieser kann dann direkt in der Mühlauhalle eingelöst werden.
(Bericht: Fritz Reichle)