17.08.2011
Wenn am Samstag, um 19.30 Uhr, in der Tuttlinger Mühlauhalle Kampfleiter Joachim Wioska den ersten Kampf in der neuen Saison der Bundesliga anpfeift, dann dürften einige Nervenstränge arg angespannt sein. Denn allgemein wird eine sehr ausgeglichene und höchst spannende Mannschaftsrunde erwartet.
Und das könnte sich auch schon in dieser Begegnung zeigen, wenn der ASV Nendingen auf den deutschen Vizemeister RWG Mömbris-Königshofen trifft. Die Mannschaft aus dem hessisch-bayerischen Grenzgebiet war in der letzten Saison einer der großen Gewinner. Denn nicht die vielfachen deutschen Meister KSV Aalen oder KSV Köllerbach schafften den Sprung ins Finale, sondern die RWG, die dann erst vom SVG Weingarten auf den 2. Platz verwiesen wurde.
In diesem Jahr scheinen die Gäste noch wesentlich stärker zu sein, da sie acht weitere ausländische Spitzenringer verpflichtet haben. Spektakulär dabei ist vor allem die Verpflichtung von Michail Ganev. Der Bulgare holte sich im letzten Jahr den Weltmeistertitel im Freistil der Klasse bis 84 kg. Er könnte also am Samstag der Gegner von Marc Buschle sein.
Allerdings stehen über den ersten drei Kampftagen in der Bundesliga einige große Fragezeichen. Denn vor der WM, die vom 12. – 18. September in Istanbul stattfindet, werden viele nationale Verbände ihre Spitzenathleten nicht für die Bundesligakämpfe freigeben. Da alle Bundesligavereine zahlreiche Ausländer in ihren Kadern haben, weiß also nun niemand genau, welcher Verein welche Stars nun jetzt tatsächlich aufbieten kann.
Falls also nun beispielsweise Michail Ganev am Samstag der RWG nicht zur Verfügung steht, hat Marc Buschle dennoch kein „Freilos“. Denn dann können die Gäste mit dem vielfachen deutschen Meister Peter Weisenberger einen fast genauso starken Ringer aufbieten. Im letzten Jahr allerdings sorgte Marc Buschle für eine Überraschung, als er den verdutzten Weisenberger nach Punkten besiegte.
Überhaupt haben die Gäste nicht die allerbesten Erinnerungen an die Nendinger. Denn vor fast genau einem Jahr, am 21. August 2010, erlitten sie in der Mühlauhalle eine ihrer wenigen Niederlagen der letzten Saison. Mit 17:16 bescherte der ASV der RWG eine Niederlage, an der sie bis heute schwer zu knabbern hatten.
Aber auch beim ASV Nendingen erwartet man diesen Kampf mit großer Spannung. So wie die Gäste will auch die sportliche Leitung des ASV noch nicht alle Karten aufdecken und lässt die endgültige Aufstellung noch offen. Die Zuschauer können sich aber auf jeden Fall auf Ghenadie Tulbea freuen, denn gleich im ersten Kampf des Abends wird der Freistilstar mit Krasimir Krastanov oder Iwan Djorev einen ebenbürtigen Weltklassegegner haben. Aber auch Florian Schwarz hat eine ganz schwere Aufgabe. Mit dem EM-Dritten Saba Bolaghi kommt nämlich der derzeit erfolgreichste deutsche Freistilringer in die Mühlauhalle.
Zu den Assen der Gäste zählen auch Ceyhun Zaidov (60 kg G), Tomas Sobecky (74 kg G), Jim Petterson (84 kg G) oder der EM-Dritte Johan Euren (120 kg G). Die RWG muss auf Grund ihres hochkarätigen Kaders als Favorit angesehen werden. Es wird die spannende Frage sein, ob und inwieweit hier der ASV als „David“ gegen den „Goliath“ mithalten kann.
Die Nendinger sind gut vorbereitet. Auch ein Fernsehteam von Regio-TV Euro 3 konnte sich in dieser Woche im Training davon überzeugen.
Die Zuschauer können sich am Samstag über einen Großkampftag freuen. Denn vor dem Hauptkampf ab 19.30 Uhr, beginnt ab 18 Uhr bereits ein interessanter Testwettkampf der Nendinger Regionalligamannschaft gegen den RC Willisau, den aktuellen Meister der Schweiz. Die Schweizer sind bereits ab Freitag zu einem intensiven Trainingswochenende in Nendingen zu Gast. Auch in diesem Freundschaftskampf wird also schon hochklassiger Ringsport geboten werden.
Der Ringerzug wird auch in dieser Saison wieder im Einsatz sein. Schon am Samstag werden Fans kostenlos mit dem Zug ab Fridingen (18.33 Uhr) direkt zur Mühlauhalle gebracht. Die Rückfahrt startet dann voraussichtlich um 22.30 Uhr. Nähere Informationen dazu gibt es auch auf der Homepage des ASV (www.asv-nendingen.de).
(Bericht : Fritz Reichle)