BERICHT

Zeitraum 1946 bis 1970


1946-1970 Bundesligajahre - der ASV macht Nendingen bekannt
Nach den Wirren des 2. Weltkrieges lag der Fokus zunächst noch nicht auf dem Sport, aber er geriet auch nicht in Vergessenheit. Der aus der NS-Zeit bestehende gleichgeschaltete Sportverein wurde nach Genehmigung der französischen Militärregierung im Jahre 1947 wiederbelebt, organisierte unter sich jedoch zunächst nur die Sportarten Handball, Leichtathletik und Wintersport.
Die Ringer kamen erst im Jahre 1949, als die Abteilung "Schwerathletik" gegründet wurde wieder auf den Plan. Mit der Anschaffung einer neuen Ringermatte und der Führung einer vom Hauptverein losgelösten Abteilungskasse im selben Jahr, wurde der Grundstein zur Verselbständigung des ASV gelegt.
Zum 30jährigen Bestehen im Jahre 1950 kam es zur Wiedergründung des ASV Nendingen. Mit nur 22 Erwachsenen und drei Jugendlichen stand man noch auf dünnen Beinen, der rege Zulauf sorgte aber bald für ein Wiedererstarken des Vereins. Bereits im Jahre 1952 kämpfte der ASV in der Oberliga Südbaden erfolgreich mit.
Das Fundament für den Aufstieg in die Bundesliga und die großen Einzelerfolge in den 60ger-Jahren legte Josef Schwarz (Anker), der nach berufsbedingtem Aufenthalt im Großraum Stuttgart, im Jahr 1953 nach Nendingen zurückkehrte und das Traineramt übernahm. Als Trainer revolutionierte er den Ringkampfsport in Nendingen: Er stellte die Mannschaft um, brachte das Training in eine professionellere Form und lehrte den Nendinger Jugendlichen neue Ringertechniken, die er aus dem Großraum Stuttgart - einer der damaligen Ringerhochburgen - mit an die Donau brachte. Unterstützt wurde Schwarz im Traineramt ab dem Jahr 1957 durch Philipp Becker.
Die ersten Erfolge ließen nicht lange auf sich warten: Reiner Schilling, Adolf Rutschmann, Fritz Hagen, Peter Hugger und Rolf Schullian errangen in den folgenden zehn Jahren allesamt - teilweise mehrfach - den Deutschen Meistertitel. Es folgten auch einige Silber- und Bronzemedaillen bei nationalen Titelkämpfen für den Verein.
Besonders hervorzuheben ist die Teilnahme von Reiner Schilling bei den olympischen Spielen 1964 in Tokio - dem bislang größten Einzelerfolg für einen Sportler in der Geschichte des ASV Nendingen. Mit drei Siegen und nur einer Niederlage gegen den späteren Olympiasieger Osamu Watanabe (JPN) platzierte Schilling sich als siebter des olympischen Turniers.
Doch auch mit der Mannschaft wurde in den 60er-Jahren Großes erreicht. Nachdem man im Jahre 1954 in die Oberliga Württemberg (der damals höchsten Landesklasse) umgegliedert wurde, konnte man sich dort lange Jahre halten. 1964 verpasste man den Aufstieg in die Bundesliga nur knapp. Zwei Jahre später gelang dann der Aufstieg in die Bundesliga nach einer erfolgreichen Saison. In der Bundesliga sollte man sich vier Jahre halten und beachtlichen Ringkampfsport bieten. Die Nendinger Halle war stets zum Bersten gefüllt und vor allem in den Lokalderbys gegen den Nachbarverein aus Tuttlingen knisterte die Luft. Noch heute ist diese Spannung in den Erzählungen der damaligen Athleten zu spüren.
In der Bundesligazeit war nicht zu übersehen, dass sich die Kräfte des Dorfvereins nach und nach erschöpften, andere Bundesligavereine setzten zudem immer größere finanzielle Mittel durch Sponsoren ein. Auch wenn man sich in der Bundesligazeit ebenfalls mit drei Sportlern (Erol Cakar, Gülaga Cankaya und Josef Hutter) verstärkte, war der ASV nicht gewillt diesen Weg mit zu gehen.
Im Jahr 1969 rang man die vorerst letzte Bundesligasaison.
1970 kam die Idee zu einer Kampfgemeinschaft mit Tuttlingen auf, die aber schnell wieder verworfen wurde. Die Folge war der freiwillige Abstieg in die Oberliga Württemberg.


Foto 3: Oberligamannschaft 1958: h.v.l.: Fritz Hagen, Adolf Rutschmann, Philipp Becker, Alfred Riedinger, Josef Schwarz, Josef Reichle
v.v.l.: Werner Schwarz, Herbert Wax, Horst Becker
Foto 4: Reiner Schilling auf olympischer Matte in Tokio




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